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Geretteter Bergmann beklagt fehlenden Arbeitsschutz

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Geretteter Bergmann beklagt fehlenden Arbeitsschutz

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Aufwärts ans Tageslicht. Das gilt nicht nur für die geretteten Bergleute. Im übertragenen Sinne gilt es für eine ganze Nation. Mit Hochrufen auf Chile werden die neuen Helden der Nation begrüßt.
Als kurz nach Mitternacht Ortszeit der 31jährige Florencio Avalos aus der Rettungskapsel klettert, kennt der Jubel keine Grenzen mehr.
Und die ganze Welt ist LIVE dabei. Keine schlechte Werbung für die Firma CODELCO, weltgrößter Kupferproduzent – im Moment aber vor allem Organisator der Rettung.
Auch für den chilenischen Präsident Pinera sind das Bilder, wie er sie sich positiver nicht wünschen kann. Ganz sorgender Landesvater sagt er:“Die Bergleute haben gezeigt – ebenso wie die Opfer des Erdbebens und wie jene, die nach dem Beben aufbauen – wenn Chile zusammensteht, sind wir fähig zu großen Taten.”

Die 33 Kumpel von San José sind unversehens zu Symbolen geworden für die Feiern zum 200. Jahrestag der chilenischen Unabhängigkeit.
Auch wenn im Moment die Freude überwiegt – das Unglück hat auch die mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen im chilenischen Bergbau ans Licht gebracht.
Der zweite gerettete Bergmann, der 40jährige Mario Sepúlveda, spricht im Moment der Erleichterung über die Mängel, die sie in diese Lage brachten.
Das Land müsse ein für alle mal verstehen, dass man Veränderungen in der Arbeitswelt brauche.
So könne es nicht weitergehen. Er meint, die Unternehmer müssten die Mittel dafür bereitstellen.
In der hunder Jahre alten Mine von San José hat es schon viel zu viele tödliche Unfälle gegeben.
Weil die Stollen nicht ausreichend abgestützt wurden, weil Profit vor Sicherheit ging.
Es ist die Rede von umgerechnet 10 Millionen Dollar, die einige der diesmal betroffenen Familien als Entschädigung verlangen wollen.