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Korallen gegen Krebs

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Korallen gegen Krebs

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Eine vor der Küste Australiens neuentdeckte Population fluoreszierender Korallen könnte zukünftig im Kampf gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden. Wissenschaftler der University of Western Syndey fanden die neue Art bei der Untersuchung von zu Forschungszwecken gebleichten Korallengruppen.

Die Wissenschaftler testen nun die Leuchtkraft der Meerestiere. Unter dem Lasermikroskop könnte diese die Krebsaktivität von seiner Verbreitung durch die Blutgefäße bis hin zur Bildung von Tumoren illustrieren.

Any Salih, Forscherin in Sydney, erläutert den Verbreitungsmodus von Krebszellen:

“Der Weg der veränderten Zellen beginnt in den großen Blutbahnen und setzt sich dann in den feineren Gefäßen fort. Diese werden immer enger und enger. In diesem Stadium können sie die Metastasen unter dem Mikroskop bereits erkennen. Sie quetschen sie sich durch die feinen Blutbahnen und setzen sich dann im Gewebe fest.”

Neben Quallen ist die entdeckte Korallenart die einzige Quelle des für derartige Untersuchungen benötigten fluoreszierenden Proteins.

Bei Tageslicht sind die Leuchtfarben nicht zu erkennen. Erst unter einem Filter entfalten die Proteine ihr strahlendes grün und rot. Die Wissenschaftler versuchen nun das Korallengen zu klonen, um dessen Potential im Sinne der Krebsforschung zu nutzen.

Wolfgang Weninger ist der Leiter der australischen Forschungsgruppe:

“Diese Untersuchungen erlauben uns zu verstehen, wie Krebs funktioniert. Wir sehen hier das fluoreszierende grün, wir haben Immunzellen damit eingefärbt. Sie sehen hier sehr schön, wie diese den blau eingefärbten Krebs angreifen. Das ist unsere Forschungsgrundlage für die Aktivität zwischen Immun- und Krebszellen.”

Onkologen erwarten von der Entdeckung nicht nur Hilfe auf dem Feld der Medizin. Das Protein der gegen Bleichung resistenten Koralle könnte der Wissenschaft helfen, auch die Unterwasserwelt am Riff besser zu verstehen.