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Ahmadinedschad auf Heimspiel im Libanon

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Ahmadinedschad auf Heimspiel im Libanon

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Wie ein Volksheld ist der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei seinem ersten Staatsbesuch in Beirut empfangen worden – von Anhängern der pro-iranischen Schiiten-Bewegung Hisbollah, die der Iran mit hunderten Millionen Euro unterstützt.

Nach einem Gespräch mit Präsident Michel Suleiman rief der Gast aus Teheran die arabischen Völker zur “Befreiung Palästinas” auf. Die beiden unterschrieben ein Dutzend wirtschaftliche Kooperationsverträge, Iran will mit Anleihen über gut 300 Millionen Euro Elektroenergie- und Wasserprojekte finanzieren.

Nach Hisbollah-Quellen hat der Iran seit dem gut vierwöchigen Waffengang zwischen Israel und der Hisbollah vor vier Jahren gut 700 Millionen Euro an
Finanz- und Waffenhilfe ausgegeben.

Anhänger des pro-westlichen Lagers von Ministerpräsident Saad Hariri kritisieren, Ahmadinedschad habe durch seine Waffenlieferungen an die Hisbollah die innenpolitische Machtbalance des Libanon gestört. Die Schiiten-Bewegung Hisbollah gilt inzwischen militärisch als schlagkräftiger als die staatliche libanesische Armee.

Der Besuch ist innenpolitisch brisant, weil er den Konflikt zwischen dem pro-westlichen Lager von Ministerpräsident Saad Hariri – ihn traf Ahmadinedschad auch – und der Hisbollah verschärft.

Demnächst wird die Anklageschrift des UN-Tribunals in Den Haag erwartet zum Mord an Ex-Regierungschef Rafik Hariri vor fünf Jahren.

Ahmadinedschad demonstriert mit dem Besuch auch seinen Einfluss vor der Haustür des Erzfeindes Israel. Er wird auch den schiitischen Süden des Libanon an der israelischen Grenze besuchen.

Auf der anderen Seite der Grenze sagte Israels Verteidígungsminister Ehud Barak, man sei auf alle Szenarien vorbereitet.

Die USA verurteilten den Libanon-Besuch des iranischen Präsidenten.