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Erste Kumpel können Krankenhaus verlassen

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Erste Kumpel können Krankenhaus verlassen

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Den chilenischen Bergleuten geht es gut. Nach Angaben der Ärzte haben alle 33 Kumpel das Martyrium unter Tage fast unbeschadet überstanden, zwei oder drei von ihnen können wahrscheinlich noch heute das Krankehaus in Copiapo verlassen. Chiles Präsident Sebastian Pinera kündigte Konsequenzen aus dem Grubendrama an. Die Arbeitsgesetze im Bergbau sollten verschärft werden, sagte er nach einem Besuch im Krankenhaus: “Nie wieder werden wir erlauben, dass jemand in unserem Land unter solchen risikoreichen und unmenschlichen Bedingungen arbeiten muss wie in San José oder an anderen Orten in unserem Land”, so Pinera. Die Zeitungen befassten sich fast nur mit einem Thema: der reibungslos verlaufenen Rettungsaktion der Kumpel. Am späten Mittwochabend war der letzte der 33 verschütteten Männer aus dem Stollen nach oben gezogen worden. Sie waren 69 Tage lang in mehr als 600 Metern Tiefe gefangen. Noch nie hatten Bergleute so lange unter Tage ausharren
müssen. Die perfekt organisierte Rettungsaktion dauerte nur 22 Stunden und 39 Minuten. Die Bergung verlief reibungslos und ging viel
schneller als erwartet – ursprünglich hatten die Einsatzkräfte mit bis zu zwei Tagen gerechnet. Die ganze Welt hatte das Grubendrama live im Fernsehen verfolgt, in ganz Chile wurde die Rettung der Männer euphorisch gefeiert. Sie hatten seit dem 5. August in der Kupfer- und Goldmine in der Atacama-Wüste rund 800 Kilometer nördlich der
Hauptstadt Santiago festgesessen. Erst nach 17 Tagen konnte die Gruppe ein Lebenszeichen absetzen. Im Camp “Esperanza” warteten die Angehörigen und fast 2000 Journalisten auf die Rettung der Kumpel, langsam leert sich das Lager der Hoffnung nun wieder.