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Atom-Nadelstich aus Moskau und Caracas

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Atom-Nadelstich aus Moskau und Caracas

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Nicht weniger als “eine moderne und gerechte Weltordnung” haben sich Kremlchef Dimitri Medwedew und Venezuelas Staatschef Hugo Chávez vorgenommen. Als erstes soll gemeinsam das erste Atomkraftwerk in dem südamerikanischen Land gebaut werden – bis spätestens 2020. Zu friedlichen Zwecken und auch wenn das den USA nicht gefalle, betonten beide in Moskau.

Dimitri Medwedew:
“Ich möchte betonen – was wir vorhaben, ist sauber und offen. Wir möchten unserem Partner, der
Republik Venezuela, die freie Auswahl an Energiequellen verschaffen, die Unabhängigkeit auf dem Energiesektor.”

Die beiden Länder teilten die Vision einer Welt, frei von erdrückendem US-Einfluss, so Medwedew beim Unterschreiben eines Fünfjahres-Kooperationsplans.

Washington werde das Atomprojekt “sehr sehr genau” im Auge behalten, sagte dazu Philip Crowley, Sprecher des US-Außenministeriums.

Hugo Chávez:
“Als die technische und militärische Zusammenarbeit zwischen Venezuela und Russland begann, entsprang das einer Notlage. Dann ging eine Kampagne los – ‘Russland bewaffnet Venezuela, um andere Länder anzugreifen, oder Terror-Bewegungen zu unterstützen, oder was weiß ich.”

Chávez – Sozialist und guter Kaufmann, wie er selber sagt, mit solidem Yankee-Feindbild, reist rund zehn Tage lang durch Europa und Asien. Die Stationen: Russland, Weissrussland, die Ukraine, der Iran, Syrien und Portugal – und, kann sein, auch China.