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Deutschlands verspätete Integrationsdebatte

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Deutschlands verspätete Integrationsdebatte

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In Deutschland wird über Intergration gestritten.
Oftmals verbissen. Wie es eben geschieht, wenn man ein Problem zu lange zu leugnen versucht hat.

Inzwischen leben in Deutschland rund 4 Millionen Muslime, rund drei Millionen kommen aus der Türkei.

Grund nun auch für die Kanzlerin, den Finger auf die Wunde zu legen.

Vor der “Jungen Union” sagte sie am Wochenende:
“Wir sind ein Land, das im Übrigen Anfang der 60er Jahre die Gastarbeiter nach Deutschland geholt hat.

Und jetzt leben sie bei uns. Wir haben uns eine Weile lange in die Tasche gelogen, wir haben gesagt, die werden schon nicht bleiben, irgendwann werden sie weg sein. Das ist nicht die Realität.

Und natürlich war der Ansatz, zu sagen, jetzt machen wir mal “Multi-kulti” und leben so nebeneinander her und freuen uns übereinander…dieser Ansatz ist gescheitert. Absolut gescheitert.”

Damit vertritt die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel eine Position, die in konservativen Kreisen allemal Beifall findet.
Der Vorsitzende ihrer Schwesterpartei CSU und Ministerpräsident von Bayern, Horst Seehofer,
sagt genau das Gleiche: “Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein. Multikulti ist tot!”
Und wie soll die Realität nach “Multi-Kulti” aussehen? In Berlin-Neukölln versucht man es mit Pragmatismus.

Eine neue Moschee und Integration.
Gar nicht so einfach durchzusetzen.
58 Prozent der Deutschen sind dafür, die Religionsfreiheit der Muslime in deutschland zu begrenzen.

Das hat die SPD-nahe “Friedrich-Ebert-Stiftung” ermittelt.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schawan sieht den Ausweg in der Ausbildung der Vorbeter in Deutschland, wie sie jetzt an drei Universitäten beginnt:

“Wir wünschen uns die Ausbildung von möglichst vielen Imamen in Deutschland, weil wir davon überzeugt sind. Imame sind Brückenbauer zwischen ihren Moscheegemeinden und der Gemeinde, in der diese Moschee steht.”

Dabei hat die Debatte eine Schärfe erreicht, in der sachliche Überlegungen von diffusen Gefühlen verdrängt werden – die Thesen eines Tilo Sarrazin fielen auf fruchtbaren Boden.

Und mit seinem Abschied aus einem öffentlichen Amt ist das Problem auch nicht gelöst.