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UNO-Naturschutz-Idee: Reichtum durch Artenreichtum

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UNO-Naturschutz-Idee: Reichtum durch Artenreichtum

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Fünf vor zwölf ist es für die biologische Vielfalt, da sind sich 192 Regierungen und die EU einig. Zwei Wochen hat eine UNO-Konferenz in der japanischen Stadt Nagoya Zeit, um eine Strategie für den weltweiten Naturschutz auszuarbeiten.

Deprimierend die Bestandsaufnahme der UNO vom vergangenen Mai: Natürliche Lebensräume wie Süßwasserfeuchtgebiete, Meereis, Salzwiesen, Korallenriffe schwinden in alarmierendem Tempo, ein Drittel der 1975 bekannten Wirbeltierarten ist bereits Geschichte.

Doch biologische Vielfalt ist etwas wert, das weiß man in der sogenannten Millennium Seed Bank in London. Hier werden seit zehn Jahren Pflanzensamen gesammelt.

Tim Pearce, Biologe:
“Eine von fünf Pflanzenarten auf der Erde ist bedroht. Und zwar hauptsächlich, weil ihnen der Mensch den Platz wegnimmt.”

Nachdem Vernunft das Artensterben bisher nicht bremsen konnte – keine Regierung erfüllt aktuell die Ziele, die im Jahr 2002 festgelegt wurden – sollen es nun Euros und Dollars richten: Ein verbindliches Protokoll soll sogenannte Biopiraterie verhindern. Danach müssten etwa Pharmakonzerne, die Arzneien aus tropischen Pflanzen gewinnen, dem Ursprungsland einen Teil des Profits abgeben.

Nach dem Motto – die Millennium Bank der Dritten Welt – das ist die Natur selbst.