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Das zweite Leben von Elektroschrott

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Das zweite Leben von Elektroschrott

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Jährlich produzieren wir weltweit an die 50 Millionen Tonnen Elektronikschrott. Frankreich will künftig jedes Jahr 10 Kilo Elektromüll pro Einwohner einsammeln und recyceln.

Laëtitia Warzee arbeitet an dem Projekt und weiß, dass jedes Jahr noch funktionstüchtige Geräte auf dem Müll landen: “2009 haben wir pro Einwohner fast sechs Kilo Elektronikschrott eingesammelt. Schätzungen zufolge hat jeder rund 15 Kilo Elektromüll bei sich zuhause.
Bisher haben wir also nur rund die Hälfte des Elektronikschrotts der Haushalte eingesammelt.
Gleichzeitig muss man bedenken, dass jedes Jahr pro Person 20 Kilo Elektrogeräte auf den Markt kommen. Jeder Einwohner kauft also im Laufe eines Jahres Elektrogeräte, die zusammen genommen etwa 20 Kilo wiegen.”

Das zweite Leben der Elektrogeräte beginnt in den Sammelstellen. Der Wertstoffhof im französischen Nancy beteiligt sich an der Recycling-Werbekampagne. Die Region Lothringen ist Vorreiter für die Wiederverwertung von Elektronikschrott.

Der Leiter des Zentrums, Pape Gueye, erklärt den üblichen Vorgang:
“Wenn die Geräte ankommen, teilen wir sie auf, um sie zu wiegen. Wir halten fest von welchen Sammelstellen sie kommem.”

Der Weg des Elektromülls wird festgehalten. Jedes Gerät wird in eine nationale Datenbank eingegeben. Es ist also möglich den Werdegang eines Gerätes zurückzuverfolgen.
Die kleinen Geräte werden vor Ort wiederverwertet. Der Rest des Elektronikschrotts wird in anderen Wertstoffhöfen engiftet.

Pierre Guyot, Direktor von Envie Lorraine, ist immer wieder überrascht über die Vielfalt des Elektromülls:
“Man findet alles mögliche: eine Kaffeemühle, Lautsprecher, Telefone, Stehlampen, einen elektrischen Dosenöffner. Es ist eine Menge Elektroschrott.
Als erstes nehmen wir Batterien, Kartuschen, die Tinte bei den Druckern und alle Kabel raus.
Wir zerlegen die Geräte in ihre Einzelteile und bereiten sie auf die industrielle Zermahlung vor, die später stattfindet. Wir teilen alles auf und recyceln das Material, damit das Polymer, die Metalle, der Stahl, das Kupfer in der Industrie erneut verwendet werden können.”

Alle alten Fernseher der Region werden in das Pompey Zentrum gebracht. Jeden Monat werden hier 400 Tonnen Flimmerkisten zerstückelt. Laut Pierre Guyot wurden in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Wiederverwertung gemacht:
“Heute kann man 98 Prozent eines Fernsehers recyceln. Es bleibt also fast kein Abfall übrig. Früher verottete der Apparat in der Erde und verseuchte die umliegenden 100 Quadratmeter für die nächsten 50 Jahre. Wenn sie heute ihren Fernseher bei einem Wertstoffhof oder einem Händler abgeben, dann können sie sicher sein, dass er komplett entgiftet wird. Das gilt für den gesamten Elektroschrott.”

Und Cedric zeigt uns, wie man einen Fernseher auseinander nimmt: “Die Karten muss man rausnehmen. Bei manchen Fernsehgeräten können wir den Kondensator und den Transformator wiederverwerten. Denn der Teil des Fernsehers ist am schädlichsten für die Umwelt. Wir werfen fast nichts weg.”

Die Bürger sind engagierte Recycler, doch die Industrie ist gehörig im Rückstand.