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Japan gibt Stagnation zu und die Weltbank ist besorgt

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Japan gibt Stagnation zu und die Weltbank ist besorgt

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Die lebendige Atmosphäre in Tokio kann nicht darüber hinwegtäuschen: Japans Wirtschaft stagniert – das hat die japanische Regierung nun offiziell eingeräumt. In dem Monatsbericht des Kabinetts heißt es, für den Stillstand sei vor allem der starke Yen verantwortlich. Tatsächlich wuchs Japans Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal nur um 1,5 Prozent, der Leitzinssatz liegt praktisch bei Null und die Notenbank pumpt Milliarden in die Wirtschaft.

Eine Situation, die auch die Weltbank für bedenklich hält. Ihrer Ansicht nach ist die wirtschaftliche Stabilität in ganz Asien bedroht, und zwar vor allem von den USA. Aus dem Westen würde massiv Kapital in die Schwellenländer fließen, hieß es, und das untergrabe deren Exportwirtschaft und begünstige die Inflation sowie die Bildung von Blasen, so wie es schon Ende der neunziger Jahre geschehen sei.

Die USA sind allerdings offenbar mit der Situation gar nicht so unzufrieden. US-Finanzminister Timothy Geithner bekannte sich bei einer Rede in Kalifornien zwar zu einem starken Dollar; eine Abwertung sei keine plausible Strategie, sagte er. Stattdessen seien Strukturreformen nötig, wie sie im Immobilien- und Finanzsektor bereits in Angriff genommen worden seien. Dennoch weisen US-Experten darauf hin, dass Washington durchaus Interesse an einem schwachen Dollar hat. Dadurch würden die Exporte begünstigt, hieß es, zudem sei ein weicher Dollar in Zeiten der Deflationsgefahr günstiger als eine sehr harte Währung.