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Töne von der Streikfront in Frankreich

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Töne von der Streikfront in Frankreich

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Bilder von der Blockade der Raffenerie von Feyzin bei Lyon. In Frankreich sind die traditionsreichen Gewerkschaften parteinahe. Die CFDT steht der Sozialistischen Partei nahe. Dies zum Verständnis der folgenden Aussagen von CFDT-Mitgliedern. Der erste sagt: “Diese Woche ist entscheidend, Mittwoch tagt der Senat.
Keine Sorge, was die Entschlossenheit der Leute anbelangt. Die Beschäftigten sind entschlossen, die ganze Woche weiter zu machen. Von denen, die an den Schalthebeln sitzen, die Anlage laufen lassen oder stoppen, sind 90 Prozent beim Streik dabei.
Mit 90 Prozent Streikbeteiligung läuft nichts.”

Der zweite erklärt ihre Strategie für die kommenden Tage: “ Von morgen an werden wir auf den Märkten Flugblätter verteilen, um die finanzielle Solidarität zu organisieren, damit unsere Leute so lange wie möglich durchhalten. Bei uns haben nämlich viele nur den Mindestlohn und können sich Streik nicht leisten. Viele Leute sind mit unserer Aktion einverstanden, wenn die uns nur jeweils 5 euro geben, das macht eine Schachtel Zigaretten, dann können wir noch wochenlang streiken.”

Im Klartext: Die Bürger, die bald mangels Sprit selbst nicht mehr zur Arbeit fahren können, sollen solidarisch zahlen, damit das noch lange so bleibt.
Die Arbeiter von TOTAL können bisher mit 55 in Rente gehen, eine der vielen Ausnahmen im französischen Rentensystem.

Der dritte schreit vor allem seine Wut heraus:
“ Diese Woche ist entscheidend. Wir stehen fest. Die Lügner, die Minister Hortefeux und Woerth, die aus bezahlt werden mit dem Geld, um das sie uns betrügen, die verlangen von uns, zwei Jahre länger zu arbeiten. Die Politiker blockieren alle Reformen für die Leute.Das ist die Wahrheit.”

Die Wahrheit ist auch – Frankreich kennt keine Kultur der Kompromisse. Zugeständnisse gelten als Schwäche. Also ruft schnell noch ein Streikender ins Mikrofon: “Allzeit bereit zur Revolution”