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Tschetschenien: Rebellen attackieren Parlament

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Tschetschenien: Rebellen attackieren Parlament

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Schwer bewaffnete Rebellen haben am Dienstag das Parlament der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien angegriffen. Mindestens vier Wachleute wurden bei der Attacke getötet, 17 Menschen verletzt. Auch die drei mutmaßlichen Islamisten starben. Sie seien alle “liquidiert” worden, so der kremltreue Republikchef Ramsan Kadyrow laut Agentur Interfax, als Sicherheitskräfte das Gebäude stürmten – andere Quellen sprechen davon, dass sie sich selbst in die Luft sprengten.

Das Fahrzeug mit den Angreifern war vermutlich unbemerkt in einer Kolonne mit den Autos der Abgeordneten auf das Parlamentsgelände gelangt, so die Ermittlungsbehörden.

Beobachter sehen in dem Überfall einen schweren Rückschlag für den Kreml. “Es gehört langsam zur Tradition, Ramsan Kadyrow vorzuführen, dass er die Situation in der Republik nicht im Griff hat. Dass er nicht mal die Lage in der Hauptstadt selbst unter Kontrolle hat, im Herzen von Tschetschenien, in Grosny”, meint Alexei Malaschenko vom Carnegie Centre.

In der russischen Unruheregion Nordkaukasus gilt Tschetschenien als relativ friedlich im Vergleich zu den Nachbarregionen Dagestan und Inguschetien.
Im April 2009 hatte Präsident Dmitri Medwedew nach zehn Jahren Kriegszustand Tschetscheniens Status einer “Zone der Durchführung antiterroristischer Operationen” aufgehoben. Etwa 20.000 russische Militärs wurden abgezogen.