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Frankreich - Regierung und Gewerkschaften warnen vor Gewalt

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Frankreich - Regierung und Gewerkschaften warnen vor Gewalt

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Die Chaos-Tage in Frankreich machen den Kontrahenden langsam Angst: Gewerkschaften und Regierung haben angesichts der gewaltsamen Ausschreitungen bei Schülerdemonstrationen vor einer Radikalisierung der Proteste gewarnt.

Im Gefolge des sechsten Streik- und Protesttags gegen Präsident Nicolas Sarcozy und seine Rentenreform zündeten Randalierer in Lyon und Nanterre in der Nähe von Paris Autos an, Geschäfte wurden geplündert. Sarkozy kündigte Schritte an, um die öffentliche “Ordnung sicherzustellen”. Die Polizei solle gegen “Randalierer” vorgehen. In Lyon gab es 79 Festnahmen, die Polizei nebelte die Innenstadt mit Tränengas ein.

Mehr noch als die Gewaltausbrüche treffen die Ausstände von Beschäftigten das Land von Tag zu Tag empfindlicher.

Flughafen-Mitarbeiter, Zugführer, Lehrer und Postboten schließen sich den seit Tagen protestierenden Raffinerie-Arbeitern und Schülern an.

Vielen gelingt es auch einfach nicht, ihren Arbeitsplatz zu erreichen.

Um die umstrittene Anhebung des Rentenalters geht es nur noch am Rande. Für viele Franzosen sehen zwei Werte ihrer Revolution bedroht: Gleichheit und Brüderlichkeit. Sie bangen um ihre familienfreundlichen Ferien, den Kündigungsschutz und das fürsorgliche Gesundheitssystem. Was sie sich wünschen: den Dialog mit der fernen Regierung in Paris.