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Was kostet so ein Streik in Frankreich?

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Was kostet so ein Streik in Frankreich?

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Diese Bilder sind 15 Jahre alt. Das Problem war das Gleiche wie heute. Autostopp mitten in Paris, Umsteigen auf´s Fahrrad, mit Schlafsack in die Firma, weil in die Pariser Vororte kein Zug mehr fuhr. Der konservative Regierungschef hiess Alain Juppé, er musste noch vor Weihnachten seinen Stuhl räumen, weil sein Versuch einer Rentenreform weggestreikt wurde.
Der aktuelle Streik kostet die französische Wirtschaft umgerechnet 300 Millione euro pro Tag.
Der von 1995 verringerte das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes für 1995 um ein halbes Prozent .

2007. Streik im Transportwesen. Der kostete mit allen Folgen 160 Milliarden euro. Damals ging es um Sondervergütungen wie Zulage für´s Kohle schippen auf Elektroloks und Rente mit 50 oder 55 für diverse Berufsgruppen.

Die unbeteiligten Fahrgäste zahlten mit ihrem Lohnausfall für die Ambitionen der Eisenbahner, die logischerweise am längeren Hebel sitzen.

Der Zugausfall in der Pariser Region kostete die dortigen Unternehmen pro Tag 20 Millionen euro. beim Streik von 2007.

Ebenso beliebt ist in Frankreich die Kampfform Blockade. Auch dabei kann eine kleine Gruppe leicht viele Menschen auf ihre Seite zwingen.
Die Unbeteiligten müssen dann eben Lohnausfall hinnehmen oder, wo es noch Sprit gibt, die steigenden Preise zahlen. Die stiegen in den letzten Tagen um 2,1 Prozent.

Zwei große Häfen für den Ölumschlag sind blockiert. Die Kosten dafür belaufen sich bisher auf 30 Millionen euro .

Die Regierung will die strategischen Kraftstoffreserven zu den Tankstellen bringen lassen – dagegen setzen die Streikenden dann solche Blockade-Aktionen auf den Autobahnen.

Auf solche Situationen sollten sich auch Urlauber einstellen, die die Herbstferien in Frankreich verbringen wollen.

Kommen wir zu dem Preis, den ein Streikender zahlt. Der Lohnausfall pro Tag liegt im Durchschnitt bei 72 euro. Die Gewerkschaften beziffern die Organisations-Kosten je nach Größe der Gewerkschaft auf 30.000 bis 400.000 Euro.

Der Anteil der berufstätigen Frauen ist in Frankreich hoch. Für sie bedeutet jeder Streiktag in Kinderkrippe, Kita oder Schule natürlich auch Lohnausfall.