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Glamouröse Botschafterin der Trompete

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Glamouröse Botschafterin der Trompete

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Sie hat der Trompete zu neuem Glanz verholfen: Die Britin Alison Balsom ist Trompeterin und konzertiert als Solistin rund um den Globus. Oft wird sie dabei von ihrem Ensemble begleitet, wie bei den Elbphilharmonie-Konzerten in der Hamburger Laeiszhalle.

Traditionsgemäß wird die Trompete eher von Männern gespielt. Die 32-Jährige ist da eine Ausnahme:
“Ich genieße es meistens, denn es ist phantastisch eine Arbeit zu haben mit der niemand rechnet. Die Leute sind immer sehr überrascht, wenn ich ihnen erzähle, dass ich Trompete spiele. Ich liebe es, etwas zu tun, von dem die Menschen sich nicht vorstellen können, dass es möglich ist.“

Die Trompete erfordert Lungenkraft, Ausdauer, aber auch den Mut, im Rampenlicht zu stehen:
“Ich denke man muss dazu ganz schön extrovertiert sein, weil man nicht einfach halbherzig Trompete spielen kann. Es gibt keine Möglichkeit, sich zu verstecken, es ist in gewisser Weise ein angeberisches Instrument. Es hat einen märchenhaften, brillianten, heldenhaften Klang und man braucht einiges an Körperkraft, um auf der Trompete zu spielen.”

Das solistische Repertoire ist begrenzt. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gab es noch keine Ventile an der Trompete, mit denen es leichter wurde, zwischen Tönen zu wechseln. Deshalb existieren keine Beethoven- oder Mozartkonzerte für die Trompete. Aber Alison Balsom umschifft diese Hürde, indem sie Werke arrangiert, die eigentlich für andere Instrumente komponiert wurden:
“Die Herausforderung besteht darin, dass die Werke nicht für die Trompete geschrieben wurden und man möchte dem Original nichts wegnehmen. Denn die Stücke, die ich arrangiere, liebe ich und es sind Meisterwerke. Ich will es nicht nur einfach der Sache wegen machen. Es sollte einen künstlerischen Wert haben.”

Die Barockmusik hat es ihr besonders angetan:
“Ich liebe diese Epoche wegen ihrer Extravaganz, aber auch wegen der reinen Vollendung der Werke. So vieles ist perfekt strukturiert, dennoch können die Stücke einen wirklich sehr tiefgreifend berühren.”

Aber Alison Balsom wirft nicht nur einen Blick auf vergangene Werke, zeitgenössische Kompositionen gehören ebenso zu ihrem Repertoire. So gab sie bei ihrem Pianisten Tom Poster ein Werk in Auftrag:
“Für die Trompete zu komponieren, birgt viele Herausforderungen, weil man natürlich die physische Seite des Instruments beachten muss. Ein Trompeter kann nicht stundenlang spielen, weil es zu anstrengend ist. Deshalb muss man die Musik sehr achtsam strukturieren.”

Für die Zukunft träumt Alison davon, gemeinsam mit Komponisten neue Werke zu kreieren, damit das Repertoire für die Trompete erweitert wird. “In zehn Jahren würde ich Ihnen gern sagen, ich habe diese drei Stücke vollbracht, sind sie nicht großartig? Und diese Werke würden auf Lebenszeit bestehen bleiben.”

In dieser Ausgabe von Musica hörten Sie:

- Antonio Vivaldi: L`Estro Armonico, Op.3, Concerto N.3 in G-Dur für Geigen und Streichinstrumente – Tom Poster: Turn to the watery world – Astor Piazolla: Libertango – Manuel de Falla: Siete canciones populares espanolas
-George Gershwin: I got Rhythm