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Moskau: Der Bürgermeister, der aus der Kälte kam

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Moskau: Der Bürgermeister, der aus der Kälte kam

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Moskau hat wieder einen Bürgermeister. Was Sergej Sobjanin in seinem neuen Amt zu tun hat, twitterte Kremlchef Dmitri Medwedew kürzlich in die Welt: Probleme lösen im sozialen Bereich, Schluss machen mit der Korruption und den chronischen Verkehrsstaus in der Stadt.

Der regierungstreue russische Funktionär wurde vom Stadtparlament mit 32 zu 2 Stimmen gewählt – entscheidend war Unterstützung Medwedews. Der Sibirier Sobjanin gilt als Vertrauter von Regierungschef Wladimir Putin.

Schlosser, Funktionär bei der Jugendorganisation Komsomol, dann im Parteikomitee der KPdSU, Gouverneur und schließlich Vize-Ministerpräsident – Sobjanin kennt den Machtapparat von der Sowjetunion bis zum heutigen Russland wie seine Westentasche.

Der Bürgermeister Moskaus gilt als drittmächtigster Politiker Russlands.

Im Großraum leben rund 15 Millionen Menschen. Etwa ein Viertel der russischen Wirtschaftskraft und 70 Prozent der Finanzen sind hier konzentriert.

Den langjährigen Rathauschef Juri Luschkow hatte Medwedew im September nach Korruptionsvorwürfen gefeuert. Der 74-Jährige soll bei der Vergabe von Bauaufträgen die Unternehmen seiner Ehefrau Jelena Baturina bevorzugt haben, inzwischen die reichste Frau Russlands.

Sein Prestigeprojekt, das moderne Finanzzentrum “Moskwa City”, gilt logistisch und finanziell als Eigentor für die Hauptstadt.