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Protesthauch gegen britisches Sparprogramm

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Protesthauch gegen britisches Sparprogramm

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- Fast 100 Milliarden Euro Staatsausgaben – gestrichen. – 100 000e Stellen im Staatsdienst – auf der Abschussliste – Steuern und Rentenbeginn – nach oben

An ein ähnlich radikales Sparprogramm kann sich in Großbritannien keiner erinnern.

“Nun, ich denke, die Strategie “Brandrodung” kann unsere Wirtschaft ernsthaft beschädigen,” so Alan Johnson, Schatten-Finanzminister von Labour mit einem Hauch von Verständnis, “klar, das Defizit muss runter. Aber nur wenn die Dynamik der Privatwirtschaft das auffängt. Zu schnell kappen und viel, das richtet Schaden an”.

Finanzminister George Osborne verbreitet Zuversicht, dass das vorgesehene Experiment gelingt:

“Schauen Sie, wir gehen die Schulden des Landes entschieden an – Schulden, die wir geerbt haben von der letzten Labour-Regierung. Wir hatten die Wahl – entweder radikal kürzen oder das Land fährt wirtschaftlich an die Wand.”

Die Bank of England könne ja mit ihrer Geldpolitik gegensteuern, so Osborne.

Dafür braucht es freilich Feingefühl – die Zinsen sind bereits am historischen Tiefpunkt. Und wenn die Zentralbank zu viel Geld in die Wirtschaft pumpt, haben die Briten auch noch die Inflation im Haus.

Die angekündigten Radikalschnitte brachten verärgerte Gewerkschafter auf die Strasse. Die mitregierenden Liberalen waren im Wahlkampf dagegen gewesen.