Eilmeldung

Eilmeldung

G20: Geithner-Vorschlag sorgt für Diskussionen

Sie lesen gerade:

G20: Geithner-Vorschlag sorgt für Diskussionen

Schriftgrösse Aa Aa

Beim G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Südkorea drohte gleich zu Beginn neuer Ärger. Ein Vorschlag von US-Finanzminister Timothy Geithner zum Abbau der wirtschaftlichen Ungleichgewichte stieß zwar bei einigen Ländern wie Frankreich oder Kanada auf Zustimmung, Deutschland allerdings lehnte den Vorstoß rundweg ab. Geithner hatte gefordert, dass Staaten ihre Überschüsse und Defizite im Außenhandel innerhalb einer Bandbreite von vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen oder ihre Währungs aufwerten müssten. Betroffen davon ist etwa China. Japans Finanzminister Yoshihiko Noda zeigte sich an der Idee interessiert. “Ich bezweifle zwar die Wirksamkeit von starren Vorschreibungen”, sagte er, “aber angesichts der Ungleichgewichte ist der Vorschlag diskussionswürdig.”

Die Ungleichgewichte in den Handelsbilanzen gelten als eine der Hauptursachen für die Wirtschafts- und Finanzkrise. Allerdings halten Volkswirte die Umsetzung von Geithners Vorschlag für eher unwahrscheinlich.

Das Treffen der Finanzminister dient der Vorbereitung für den G20-Gipfel in Seoul im November und schon jetzt sind die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft. Tausende Soldaten und Polizisten sind im Einsatz, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten. Denn vor dem Tagungsort versammelten sich bereits zahlreiche Globalisierungsgegner, und beim eigentlichen Gipfeltreffen im November werden diese Proteste womöglich weniger friedlich ablaufen.