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Italien: Wieder Müll-Krieg in Neapel

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Italien: Wieder Müll-Krieg in Neapel

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Mit Straßensperren und Steinwürfen haben hunderte Menschen bei Neapel gegen die Pläne der italienischen Regierung protestiert, eine zweite Mülldeponie in einem Naturpark bei Neapel wiederzueröffnen. Damit will die Regierung zweieinhalb Jahre nach der ersten neapolitanischen Müllkrise dem auf rund 1400 Tonnen angewachsenen Müllberg Neapels Herr werden. Doch die Menschen in der Umgebung wehren sich. In der Ortschaft Terzigno lieferten sich Hunderte Straßenschlachten mit der Polizei, die Beamten setzten Tränengas und Schlagstöcke ein – mindestens drei Menschen wurden verletzt. Die Demonstranten blockierten die Straße zur Deponie. In der Stadt Boscoreale, die nahe an der Mülldeponie am Fuße des Vesuv liegt, schlugen Randalierer Fensterscheiben ein und setzten fünf Müllwagen in Brand. Noch ist die Abfall-Situation nicht so schlimm wie 2008. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat aber inzwischen eine Krisensitzung einberufen, um über einen Ausweg aus dem drohenden Müllchaos zu beraten.