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"Prinz-von-Asturien"-Preise verliehen

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"Prinz-von-Asturien"-Preise verliehen

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Im nordspanischen Oviendo wurden heute die alljährlich verliehenen “Prinz-von-Asturien”- Preise überreicht – und zwar in Anwesenheit der Königin von Thronfolger Filipe, von dessen Titel der Preis seinen Namen hat.

In der Kategorie Literatur ging der mit 50.000 Euro dotierte Preis an den in Frankreich lebenden Libanesen Amin Maalouf.
Von ihm sind auf deutsch u.a. erschienen “Leo Afrikanus”, “Mörderische Identitäten” oder “Die Spur des Patriarchen”.
Die Jury würdigte den Autor als “Stimme der Toleranz in der Welt des Fundamentalismus.”

In seiner Dankesrede sagte Maalouf:
“…Die Nationen sind aus ethnischer Vielfalt heraus entstanden und durch die Migrationsbewegungen kam eine bestimmte Dynamik auf dem Planeten hinzu. Es reicht, auf die andere Seite des Atlantik zu schauen, um das zu verstehen.
Diese Dynamik ist nur allzuoft auch begleitet von Unbehagen, Diskriminierung, Haß und Gewalt.
Die Vielfalt an sich ist weder Segen noch Fluch.
Sie ist einfach eine Realität, die es zur Kenntnis zu nehmen gilt. Die Welt ist ein Mosaik mit unzählichen Nuancen, die unsere Länder, Regionen, Städte mehr und mehr widerspiegeln. Die Frage ist nicht, ob wir zusammen leben können mit unseren verschiedenen Farben, Sprachen oder Religionen – die Frage ist wie wir es anstellen, unsere Vielfalt mehr als Vorteil denn als Unheil zu sehen. Zusammenzu leben war für die Menschen noch nie einfach, zu oft ist die erste spontane Reaktion die Ablehnung des anderen. Um das zu überwinden brauchen eine echte Bürgererziehung.
Wiederholen wir unverdrossen, sagen wir es einander immer wieder: die Identität eines Landes ist weder ein unbeschriebenes Blatt noch ein druckfertiges Werk. Sie ist ein ständig weiter im Entstehen begriffenes Werk. Unser aller Erbe sind die Werte, die Traditionen, die Arten zu leben…..
Das Ethos der Literatur, unser aller Ethos besteht heute darin, danach zu streben, die Komplexität unserer Epoche zu verstehen und Lösungen anzudenken für die Welt, die uns allen Heimat ist. Wir können auf keinen anderen Planeten ausweichen, wir haben nur unsere gute alte Erde – und damit unsere Pflicht, sie zu bewahren, sie harmonischer und menschlicher zu gestalten.”

In der Kategorie Kunst wurde der amerikanische Bildhauer Richard Serra geehrt.
Den Preis für Kommunikation und Geisteswissenschaften erkannte die Jury dem
Franzosen Alain Touraine und dem polnisch-britischen Soziologen und Philosophen Zygmunt Baumann zu.

Eine Besonderheit an diesem Preis, der kurz nach dem Ende der Franco-Diktatur gestiftet wurde, ist die Kategorie Völkerverständigung.
Ihn bekam diesmal die katholische Hilfsorganisation “Manos Unidas”.

Sehr zur Freude aller spanischen Fußballfans wurde mit dem Preis für Sport die Weltmeistermannschaft unter Trainer Vincente del Bosque ausgezeichnet.
Der holte demonstrativ seinen Vorgänger Luis Aragonés aus dem Publikum, um den Preis mit ihm zu teilen.