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Müllkrise - "basta" aus Rom und "basta" rund um Neapel

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Müllkrise - "basta" aus Rom und "basta" rund um Neapel

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Die “Basta”-Politik von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi zur Lösung der Müllprobleme in Neapel hat in der Region neue Proteste ausgelöst.

Die Regierung in Rom hatte beschlossen, auf eine Mülldeponie neben dem Ort Terzigno zurückzugreifen – sie liegt im Vesuv-Nationalpark. Die Müllhalde werde künftig nicht mehr von der Betreiber-Gesellschaft verwaltet, so Berlusconi – sondern vom Zivilschutz.

Nach einer Krisensitzung sagte Berlusconi:

“Wir werden bei den dringendsten Anliegen eingreifen und – ich sage mal – damit ist das Problem in zehn Tagen vom Tisch.”

Seit knapp einer Woche protestiert die Bevölkerung des 2000-Einwohner-Ortes Terzigno gegen die Inbetriebnahme einer zweiten Deponie neben der, die am Ortsrand bereits existiert. Sie ist voll.

Berlusconi hat für den Ausbau 14 Millionen Euro versprochen.

Es könnte eine der größten Müllkippen Europas werden – fürchtet man in der Region.

Franco Matrone, einer der Organisatoren der Proteste:

“Das werden wir noch sehen, wie es jetzt weitergeht. Wir geben nicht auf. Wir finden, wir stehen auf der richtigen Seite. Der Nationalpark ist ein geschützter Bereich. Das ist doch kein Platz für eine Müllkippe. Oder noch schlimmer – für einen weiteren Ausbau auf vier Millionen Tonnen Abfall. Wir sind hier und da bleiben wir auch. Wir fordern Respekt vor dem Recht.”

Die Müllkrise schwelt seit Jahren.In den Straßen der Stadt Neapel stinken rund 1400 Tonnen Abfall zum Himmel. Seit dem vergangenen Jahr gibt es zwar eine moderne Müllverbrennungsanlage – sie reicht aber nicht aus.

2007 und 2008, auf dem Höhepunkt der letzten Müllkrise, hatten Polizei und Militär die Müllabfuhr geregelt.