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Clegg will Wikileaks-Vorwürfe untersuchen

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Clegg will Wikileaks-Vorwürfe untersuchen

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Den Enthüllungen der Internetplattform Wikileaks zum Irak-Krieg sollte nach Ansicht des stellvertretenden britischen Premierministers Nick Clegg nachgegangen werden. Aus den geheimen Informationen der US-Armee geht hervor, dass auch Mitglieder der britischen Streitkräfte an Morden, Vergewaltigungen und Folterungen beteiligt waren.

Das durch Wikileaks aufgedeckte Fehlverhalten müsse ordentlich untersucht werden, erklärte der Liberaldemokrat am Sonntag. Man könne die Art der Veröffentlichung beklagen, aber die Vorwürfe seien außergewöhnlich ernst, sagte Clegg in einer Talkshow des öffentlich rechtlichen Fernsehens.

In einem Fall soll ein britischer Soldat ein acht Jahre altes Mädchen beim Spielen erschossen haben. Das Verteidigungsministerium hatte die Veröffentlichung von Wikileaks verurteilt. Cleggs Liberaldemokratische Partei hatte sich in der Opposition entschieden gegen eine britische Beteiligung am Irak-Krieg ausgesprochen.

Die Enthüllungen enthalten auch ein für die britischen Streitkräfte wenig schmeichelhaftes Detail. Weil ein Überwachungshubschrauber keinen Treibstoff mehr hatte, mussten die Briten die Verfolgung des aus Jordanien stammenden Al-Qaida-Führers Abu Mussab al-Sarkawi im März 2005 aufgeben – der Mann entkam.
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