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Haiti: Die Cholera wütet, viele leiden Durst

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Haiti: Die Cholera wütet, viele leiden Durst

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In Haiti breiten sich Panik und Hoffnungslosigkeit aus. An der vor knapp einer Woche ausgebrochenen Cholera-Epidemie sind bereits 250 Menschen gestorben, mehr als 3000 erkrankt.

Haitis Präsident René Préval hat die Vermutung geäußert, dass die Krankheit “importiert” wurde, weil es in der Karibik noch nie Cholera gegeben habe. Die Regierung werde alles tun, um den Schaden zu begrenzen.

Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die häufig durch verunreinigtes Trinkwasser übertragen wird. Sie verursacht Durchfall und Erbrechen und kann durch Dehydrierung innerhalb von Stunden zum Tod führen.

Auch aus der Hauptstadt Port-au-Prince wurden fünf Fälle gemeldet.

Dr Ian Rawson, Albert-Schweitzer-Hospital, Deschapelles (Bezirk Artibonite):

“Alles was wir wissen ist – es ist Cholera. Aber wie sie in den Wasserkreislauf geraten ist, wissen wir nicht. Die meisten Patienten haben in der Region Artibonite Wasser getrunken, auch in Pont de L’Estère und in Pont Sondé. Aber jetzt kommen auch Patienten aus neuen Gegenden.”

Als Ursache des Cholera-Ausbruchs wird die starke Verschmutzung des Artibonite-Flusses vermutet.
Im Bezirk Artibonite rund 80 Kilometer nördlich von Port-au-Prince wird ein Großteil des haitianischen Reises angebaut.

Seit dem Erdbeben im Januar leben 1,3 Millionen Menschen in Flüchtlingslagern und Zeltstädten. Sie kommen meist an sauberes Wasser heran. Auf dem Land leiden jetzt viele Menschen an Durst, weil sie kein Flusswasser mehr trinken sollen.

Bei dem Erdbeben waren weit über 220 000 Menschen umgekommen.