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Italien empört über Kritik von Marchionne

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Italien empört über Kritik von Marchionne

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Die Aussagen von Fiat-Chef Sergio Marchionne sind in Italien auf Unverständnis und scharfe Kritik gestoßen. Marchionne hatte in einem Fernsehinterview erklärt, der Konzern stünde ohne die defizitären Werke in Italien besser da. Sämtliche italienischen Fabriken schrieben rote Zahlen – und man könne den Betrieb nicht in alle Ewigkeit mit Verlusten fortsetzen. Kein ausländischer Investor wolle auch nur einen Euro in diesem Land investieren, sagte Marchionne. Und auf die Frage nach dem Warum meinte er: “Wir liegen bei der Wettbewerbsfähigkeit auf Rang 48 und bei der Arbeitseffizienz auf Rang 118.”

Harte Worte, die der italienischen Öffentlichkeit gar nicht schmecken. Die Gewerkschaften zeigten sich empört und der Präsident der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini verwies auf die Rolle der italienischen Regierung. “Was Marchionne sagt ist paradox”, meinte Fini. “Wenn Fiat heute internationale Bedeutung hat, dann wegen großer Investitionen des italienischen Staates und damit der Steuerzahler.”

Derzeit läuft das Autogeschäft nicht gut für Fiat, weil der Autobauer den schwachen Absatz in Europa kaum anderswo ausgleichen kann. Dennoch strebt der Konzern für das laufende Jahr einen Nettogewinn von rund 400 Millionen Euro an.