Eilmeldung

Eilmeldung

Neapels Müll stinkt Brüssel

Sie lesen gerade:

Neapels Müll stinkt Brüssel

Schriftgrösse Aa Aa

Müll, Müll, Müll und keine Ende. Während die Bewohner Neapels über ihr seit zehn Jahren bekanntes Problem hinwegsteigen oder drum herumfahren, versucht Rom unter dem Druck der EU eine politische Lösung zu finden. Nach einem italienischen Gesetz von 2008 braucht die Region vier neue Deponien.

Das Angebot von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi, eine bestehende Deponie im Vorort Terzignio mit 14 Millionen Euro aufzurüsten, beruhigte die lokale Bevölkerung nicht – im Gegenteil.

Domenico Auricchio, Bürgermeister von Terzigno:

“Das Geld ist uns egal. Es geht um die Gesundheit der Bevölkerung. Wenn wir hier sagen, es gibt keine zweite Deponie, dann gibt es auch keine. Sonst werde ich militant. Ohne Witz.”

Die Regierung in Rom hatte beschlossen, auf die Mülldeponie neben dem Ort Terzigno, 20 Kilometer südlich von Neapel, zurückzugreifen – sie liegt im Vesuv-Nationalpark.

Das Müllproblem in der Region sorgt seit Jahren für Streit zwischen Brüssel und Rom. Nach einer Klage der EU-Kommission hatte der Europäische Gerichtshof in einem ersten Verfahren im März dieses Jahres entschieden, dass Italien beim Thema Müll gegen EU-Recht verstoße. Ohne Abhilfe drohen millionenschwere Geldbußen.

Die bestehende Deponie von Terzigno unter freiem Himmel ist voll, die Anwohner protestieren seit einer Woche.