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Sarkozy wegen Rentenreform im Umfragetief

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Sarkozy wegen Rentenreform im Umfragetief

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Keine Großkundgebungen an diesem Ferienwochenende in Frankreich – doch der Missmut wächst. Nach dem wochenlangen Kampf um die Rentenreform zeigt eine neue Umfrage, dass 70 Prozent der Franzosen unzufrieden mit ihrem Präsidenten sind. Dessen Berater Raymond Soubie verteidigt Nicolas Sarkozy:

“Diese Reform kratzt an einem Symbol, an der Rente mit sechzig. Aber wir können nichts anderes machen, und wir leben in Krisenzeiten, aus denen wir gerade erst herauskommen.”

Über die Hälfte der Franzosen hat laut Umfrage aber auch genug von den Streiks und Protesten und wünscht sich, dass diese nächste Woche aufhören, wenn das Parlament die Reform voraussichtlich endgültig verabschiedet.

Gewerkschaftschef Bernard Thibault hält dagegen: “Niemand kann sagen, wie die Dinge sich entwickeln. Aber eins können wir sagen: Solch eine Unzufriedenheit kann man nicht einfach wie auf dem Schulhof mit der Trillerpfeife abwürgen, wenn man den kleine Störenfrieden sagt, jetzt ist Schluss, ab ins Klassenzimmer.”

Da weiter alle Raffinerien in Frankreich blockiert werden, steht ein Viertel der Tankstellen immer noch ohne Treibstoff da. Auch wenn die Regierung die Streikenden in einer Raffinerie bei Paris zwangsverpflichtete.

Vom zuständigen Präfekten zwangsverpflichtet werden an diesem Montag auch einige der streikenden Müllmänner in Marseille. Am Samstag hatten Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Freiwilllige die Abfallberge aus den Straßen weggeräumt, am Mittwoch war der Zivilschutz dafür eingesetzt worden.