Eilmeldung

Eilmeldung

Staaten reagieren mit Auflagen auf Streetview

Sie lesen gerade:

Staaten reagieren mit Auflagen auf Streetview

Schriftgrösse Aa Aa

Der Web-Konzern Google hat eingeräumt, dass es bei der Datenerfassung für Google-Streetview zu weit gravierenderen Fehlern gekommen ist, als bisher angenommen.

Wie Google jetzt bekanntgab, haben die Kamerawagen beim Fotografieren von Straßen und Häusern mehr Daten abgegriffen als bislang zugegeben. Darunter offenbar auch in hohem Maß sensible personenbezogene Daten.

Ein Sprecher der Nichtregierungsorganisation Big Brother Watch erklärte:
“Die letzten Jahre wurde uns immer erklärt, Google Streetview sei dazu da, den Menschen zu helfen, bessere Orientierung zu ermöglichen. Es ginge nur darum Straßen und Häuser zu fotografieren, hieß es. Und nun stellt sich heraus, daß E-Mailadressen erfasst wurden, Passwörter und Kreditkartennummern. Was kommt noch?”

Nicht nur Datenschützer zeigten sich entsetzt,- auch Verbraucher reagierten empört auf die Erfassung personenbezogener Daten, so wie diese Frau: “Es scheint heutzutage keine Privatshäre mehr zu geben. Es gibt nichts, daß man noch wirklich geheim halten könnte.”

In Italien hat die Datenschutzbehörde nun reagiert: Dort muss Google seine Autos eindeutig kennzeichnen. Ausserdem muss der Konzern die Bürger einige Tage vor jeder Kamerafahrt in Tageszeitungen und über Radio und Fernsehen informieren, damit man die Chance hat, der ungewollten Erfassung durch Streetview zu entgehen.

Bislang war die offizielle Position des Unternehmens: Ja, man habe einen Fehler gemacht und Daten erfasst, die nichts mit dem Lokalisierungsdienst zu tun haben. Aber dabei habe es sich um wertlosen Datenmüll gehandelt.

Nun, gesteht Google, man sei “beschämt” und werde die Daten “so bald wie möglich löschen”.