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Stuttgart 21: "Demokratie-Experiment" ums Tieferlegen und Aufbohren

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Stuttgart 21: "Demokratie-Experiment" ums Tieferlegen und Aufbohren

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Trotz Schlichtung – die Demonstrationen rund um den Bauzaun des Projektes “Stuttgart 21” gehen weiter. Mehrere 10 000 Menschen gingen am Wochenende gegen und für das umstrittene Bahnprojekt auf die Straße.

Nach der ersten – ergebnislosen – Schlichtungsrunde sucht Schlichter Heiner Geißler (CDU) das Positive:
Sechseinhalb Stunden Verhandlung, live im Fernsehen und im Internet übertragen, seien ein “Demokratieexperiment”.

Die Betroffenen sind neugierig:

Theresa Janssen: “Ich bin jetzt sehr gespannt, was in diesem Schlichtungsverfahren rauskommen wird und hoffe natürlich auch darauf, dass es dann ein Ergebnis gibt, womit man dann gut leben kann.”

Jan Ortmann: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass da noch groß was passieren wird. Das es eingestellt wird oder komplett abgebrochen wird. Was zu machen ist, sind vielleicht ein paar Kleinigkeiten, dass den Bürgern entgegengekommen wird, Streckenverlauf, Details.”

Beim Bahnprojekt Stuttgart 21 soll der Stuttgarter Hauptbahnhof tiefergelegt und zum Durchgangsbahnhof aufgebohrt werden. Die Kosten: Voraussichtlich mehr als vier Milliarden Euro.

Bis zum 3. Dezember wollen Gegner und Befürworter jeden Freitag Argumente austauschen.
Im März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt.

Projektgegner schafften nach eigenen Angaben eine Unterschriftenhürde: Sie haben mehr als 11 000 Stimmen gesammelt, um einen Antrag zur vorzeitigen Auflösung des Landtags einzureichen.

An “Stuttgart 21” wird seit 30 Jahren geplant, der geforderte Baustopp und eine Umplanung würden das Projekt laut Bahnvorstand Volker Kefer noch einmal um bis zu 30 Jahre verzögern.