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Obamas Problem: zu hohe Erwartungen werden immer enttäuscht

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Obamas Problem: zu hohe Erwartungen werden immer enttäuscht

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Zwei Jahre nach seinem rauschenden Sieg geht US-Präsident BarackObama durch das tiefste Tal seiner Amtszeit. Wenn nicht alles täuscht, ist eine Niederlage bei den Kongresswahlen am 2. November kaum noch zu verhindern. Umfragen schließen nicht einmal aus, dass der Präsident und seine Demokraten in beiden Parlamentskammern die Mehrheit verlieren könnten. So fleht Obama geradezu die Wähler an: “Make no mistake..
Macht keinen Fehler! Wenn die anderen gewinnen, werden sie die nächsten zwei Jahre die gleiche Politik verfolgen, die uns die Rezession und die Vernachlässigung der Mittelklasse gebracht hat.
Dann haben wir wieder die Politik, gegen die wir 2008 für Wandel gekämpft haben.”

Obamas Problem: Er war von einer solchen Welle der Begeisterung ins Amt getragen worden, so sehr zur Lichtgestalt verklärt, dass nur Enttäuschung folgen konnte. Und dann sind da noch die düsteren Realitäten der Krise.

Was ist aus den Wahlversprechen geworden?
Klarere Regeln für die Wall-street und ein 814-Milliarden-Dollar-Paket zur Ankurbelung der Wirtschaft. Negativ schlagen 9,6 Prozent Arbeitslosigkeit zu Buche. Obamas Gesundheitsreform bringt 32 Millionen bisher unversicherten Amerikaner eine Krankenversicherung. Aber die Reform ist der schwierigen Kompromisse wegen schwer verständlich formuliert – und diverse Bundesstaaten klagen bereits dagegen.

Die Kandidaten von ultra-konservativen Flügel der Republikanischen Partei, der ´Tea-Party-Bewegung -könnten nach Meinung der Politik-Wissenschaftlerin Jennifer Palmieri aus dem derzeit als die fortschrittlichere Kammer des US-Parlaments geltenden Abgeordnetenhaus die konservativste machen.

So etwas hatte Präsident Bill Clinton nach seinen ersten zwei Jahren auch erlebt – und durchgestanden. Clinton hatte das Problem durch intensive Zusammenarbeit mit den Republikanern gelöst. Es heisst, Clinton habe Obama schon angerufen und ihm Mut zugesprochen.
Bekanntlich wurde Clinton zwei Jahre nachdem er die Mehrheit im Parlament verloren hatte wiedergewählt.

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