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Tarik Asis- das Leben eines treuen Dieners

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Tarik Asis- das Leben eines treuen Dieners

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“ We were born in Iraq, will die in Iraq, either as martyrs which is great honour, or naturaly.”

“Wir sind im Irak geboren, wir werden dort sterben. Entweder als Märtyrer, was eine große Ehre wäre, oder auf natürliche Weise.”

Das sagte Tarik Asis als Gefangener.
Er gehörte in der Ära von Saddam Hussein zu den wenigen Politikern, die nicht durch Skrupellosigkeit und Brutalität in den engsten Zirkel der Macht gelangt waren.
Er war aus anderen Gründen nützlich für den Diktator. Der chaldäische Christ, der aus einem Dorf in der Nähe von Mossul stammt, hatte gute Manieren, war wortgewandt und sprach ein gepflegtes Englisch.
So einen Mann konnte der aus einfachen Verhältnissen stammende Diktator Saddam Hussein gut gebrauchen, um mit dem Ausland zu kommunizieren.
Außerdem würde Asis als Angehöriger einer religiösen Minderheit nicht auf die Idee kommen, an Saddams Stuhl zu sägen.
Deshalb beförderte ihn der Diktator. Asis wurde Vize-Ministerpräsident und Außenminister.
Er blieb immer loyal.
Er war die seriöse Stimme eines zutiefst unseriösen Regimes. 1980 etwa, beim Krieg gegen den Iran, ebenso zehn Jahre später, als Irak sich Kuweit einzuverleiben versuchte.
Selbst nach dem Einmarsch der Amerikaner 2003 distanzierte sich Asis nicht von seinem früheren Chef.
Während der insgesamt vier Prozesse, in denen er vor dem Sondertribunal angeklagt war, bemühte immer um Haltung und beteuerte seine Unschuld.
Reue zeigte der heute 74-Jährige nie.