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Wahl in Brasilien: Noch einmal, mit Emotionen

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Wahl in Brasilien: Noch einmal, mit Emotionen

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Serra oder Dilma – die Brasilianer haben am Sonntag die Stich-Wahl. Wer tatsächlich Präsident wird – Dilma Rousseff, Wunschkandidatin des scheidenden Luiz Inácio Lula da Silva oder
José Serra von der Opposition – ist offen. Die Grüne Marina Silvas hat ihren rund 20 Millionen Wählern aus der ersten Runde keinen der beiden empfohlen.

Die Emotionen kochen hoch, inhaltliche Argumente sucht man oft vergebens.

Sozialdemokrat José Serra (Partido da Social Democracia Brasileira, PSDB):

“Das Problem ist: Die Arbeiter-Partei, die Kandidatin und die Regierung sind dauernd in Skandale verwickelt – jede Woche gibt es drei oder vier neue. Was wollen sie ? Die Menschen sollen denken, dass jeder gleich ist. Aber wir sind anders. Ich bin 40 Jahre in der Politik – und keine Skandale, eine saubere Geschichte, nur Arbeit und Ehrlichkeit, für unser Volk.”

Das läßt Dilma Rousseff von der Arbeiterpartei
(Partido dos Trabalhadores, PT) nicht auf sich sitzen:

“Jetzt mal ganz allgemein – dieses “Ich kann alles, ganz allein” – mit Bescheidenheit hat das nicht viel zu tun, oder ?”

Umfragen sehen Dilma Rousseff von der regierenden Arbeiterpartei bei 56 Prozent und den Sozialdemokraten Serra abgeschlagen bei 44 Prozent. Doch Vorsicht: Im ersten Wahlgang am 3. Oktober hatten die Demoskopen meilenweit daneben gelegen.