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Westsahara - zuhause im Niemandsland

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Westsahara - zuhause im Niemandsland

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Sie sitzen in der Wüste, mitten im Nichts, und protestieren so gegen ihre miserablen Lebensbedingungen. Tausende sind vor Wochen aus der Stadt El-Aiún in der West-Sahara in ein prekäres Zeltlager gezogen, umzingelt von der Polizei Marokkos, das die spanische Ex-Kolonie 1975 größtenteils annektierte.

Die ursprünglich kommunistisch orientierten Rebellenorganisation Polisario unterstützt das von Versorgung weitgehend abgeschnittene Protestcamp.

Am Sonntag erschossen Polizisten dort an einer Kontrollstelle einen 14jährigen. Nach spanischen Medienberichten hatte er in einem Auto gesessen, das an einer Polizeisperre nicht anhielt. Die Spannung steigt.

Der Westen der Westsahara wird von Marokko kräftig ausgebaut, der Osten wird seit knapp 10 Jahren von der Polisario kontrolliert. Dazwischen hat Marokko eine verminte Grenzanlage errichtet.

Die Region hat reiche Phosphatvorkommen, vor der Küste liegen reiche Fischgründe und Ölreserven und sie gilt als potentieller Windpark. Das Bruttoinlandsprodukt der Westsahara liegt bei rund 1600 Euro jährlich pro Kopf.

In der kommenden Woche steht bei der UNO in New York eine neue Verhandlungsrunde zwischen Marokko und der Polisario an – bisherige Treffen endeten ohne Ergebnis.