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Frankreichs Rentenreform nimmt letzte Hürde

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Frankreichs Rentenreform nimmt letzte Hürde

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Die Nationalversammlung in Paris hat die französische Rentenreform endgültig verabschiedet. 336 Abgeordnete stimmten dafür, 233 dagegen. Damit kann sie – nach dem Ja der Senatoren am Vortag – Gesetz werden. Die Reform sieht eine Erhöhung des Rentenmindestalters von jetzt 60 auf 62 Jahre vor. Wer nicht genügend Beitragsjahre nachweisen kann, darf statt mit 65 erst mit 67 in Rente. Die Opposition kündigte eine Verfassungsbeschwerde an.

Die Reform bewegt die Franzosen seit Wochen. Für den morgigen Donnerstag haben die Gewerkschaften wieder zu einem landesweiten Aktionstag aufgerufen. Reisende müssen mit Einschränkungen rechnen. Die Tourismusindustrie beziffert ihre Ausfälle auf eine Viertelmilliarde Euro.

Allmählich entspannt sich aber die Lage an den Tankstellen, nur noch jede fünfte hat keinen Sprit. Sechs von zwölf Raffinerien arbeiten wieder. Allerdings wird vor dem verlängerten Allerheiligen-Wochenende eine hohe Nachfrage erwartet.

Am Rande der Demonstrationen war es wiederholt zu Ausschreitungen gekommen. Bernard Thibault, der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes CGT, verdächtigte Zivilpolizisten, die Krawalle mit angeheizt zu haben. Innenminister und Polizei wiesen das zurück. Zuvor hatte es ähnliche Vorwürfe von linken Oppositionsparteien gegeben. Vor allem in Paris und Lyon war die Polizei gegen Jugendliche vorgegangen, die Autos angezündet und Schaufensterscheiben eingeworfen hatten.