Eilmeldung

Eilmeldung

Néstor Kirchner, 1950 - 2010

Sie lesen gerade:

Néstor Kirchner, 1950 - 2010

Schriftgrösse Aa Aa

Nach der schwersten Wirtschafts- und Sozialkrise in der Geschichte Argentiniens war es Präsident Néstor Kirchner, der seinen Landsleuten das Selbstvertrauen zurückgab.
 
Nach seiner Wahl 2003 befolgte er nicht länger die Vorgaben internationaler Finanzinstitutionen wie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ausländische private Gläubiger Argentiniens mussten auf einen großen Teil ihrer Forderungen verzichten, was dem Staatshaushalt Luft verschaffte.
 
Stattdessen betrieb Kirchner eine Re-Industrialisierung des Landes, dessen Wirtschaft unter seinem Parteifreund Carlos Menem stark gelitten hatte. Diese Politik und eine günstige Entwicklung der Weltwirtschaft bescherten Argentinien während seiner gesamten Amtszeit hohe Wachstumsraten.
 
Außenpolitisch suchte Kirchner einen engen Schulterschluss mit den lateinamerikanischen Nachbarn.
 
Während seiner Amtszeit ließ Kirchner als Vertreter der “Generation der Opfer” der Militärdiktatur die Amnestiegesetze für die Verbrechen der Militärs aufheben. Folterer und Mörder aus den Kreisen des Militärs und der Polizei kamen in der Folge doch noch vor Gericht und wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.
 
Bei den Präsidentwahlen 2007 verzichtete Kirchner zugunsten seiner Frau auf eine zweite Kandidatur. Cristina Fernández de Kirchner gewann die Wahl überlegen und regiert nun das südamerikanische Land.
 
Als Vorsitzender der Peronisten-Partei blieb Kirchner ein einflussreicher Politiker. Er galt als möglicher Kandidat für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr.