Eilmeldung

Eilmeldung

Wahlkampf und Außenpolitik in den USA

Sie lesen gerade:

Wahlkampf und Außenpolitik in den USA

Schriftgrösse Aa Aa

Die Kongresswahlen könnten durchaus bis auf Obamas Außenpolitik durchschlagen. Der Friedensnobelpreis hat ihm innenpolitisch eher geschadet – zuviel Vorschußlorbeeren, zu viele Erwartungen des Auslands. Dabei steckt Amerikas erster schwarzer Präsident immer noch in den ererbten Problemen fest. Was er vor einem Jahr in Oslo sagte, dürfte so immer noch gelten: “Ich bin dafür verantwortlich, dass Tausende von jungen Amerikanern zum Kampf in ein fernen Land geschickt werden. Einige werden töten. Einige werden getötet werden. Und ich stehe hier mit dem Wissen um den Preis eines solchen Konfliktes.”

Es ist das verdammte Erbe seines Vorgängers und politischen Gegeners, an dem sich Obama abarbeitet. Seine Lösungsvarianten für Afghanistan mit einer Aufstockung des Truppenkontingents mochten die Verbündeten nicht mehr mittragen.
Und es funktioniert auch nicht. Die Aufständischen werden immer stärker, die Regierung, die sich kaum aus der Hauptstadt heraustrauen kann, ist zerstritten und schwach.
Diese Bilder stammen aus Kuweit.
Hier hält der Präsident sein Versprechen.
Zu sehen ist, wie aus dem Irak abziehende US-Einheiten die Fahne einpacken. Der Preis dafür:
Im Irak gewinnt Nachbar Iran an Einfluß.
Und gegenüber dem Iran verfolgt Obama nach wie vor eine Politik der “harten Hand”. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung ging es wieder um das iranische Atomprogramm, von dessen rein friedlichen Zwecken die Welt eben nicht überzeugt sei, so Obama. Gleichzeitig betonte er aber, die Tür bleibe offen für eine diplomatische Lösung des Problems, Iran sollte durch diese Tür gehen.
Seine Nah-Ost-Politik weiss der Präsident bei der Familie Clinton in bewährten Händen. Über die Erfolglosigkeit von Aussenministerin Hillary mag hinwegtrösten, dass auch Präsident Bill Clinton hier über Händeschütteln nicht hinauskam.
Sein erster großer Staatsbesuch hatte Obama nach Peking geführt. Er sieht in China die wirtschaftlich immer stärker werdende Macht, um die man sich kümmern muss. Die Republikaner werfen ihm nun Naivität in seiner China-Politik vor. So sieht nun mal Wahlkampf aus.