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Europa liegt leider nicht im Pazifik

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Europa liegt leider nicht im Pazifik

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Für die zweite Novemberhälfte ist ein Gipfeltreffen zwischen der EU und den USA vorgesehen: Das ist die gute Nachricht. Die schlechtere ist: Bereits Ende Mai war ein solches Treffen geplant. Präsident Barack Obama könne aus Termingründen daran nicht teilnehmen, hieß es damals. Wie steht es wirklich um die Beziehungen zwischen der EU und den USA? “Selbst wenn die Demokraten weitere Sitze im Abgeordnetenhaus und im Senat verlieren, steht die Agenda unseres Landes fest”, so Howard Gutman, US-Botschafter in Belgien. “Wir haben uns der Zusammenarbeit mit Europa verschrieben, um Dritt-Nationen dahin zu bringen, sich auf das Klima zu konzentrieren. Wir suchen eine enge Beziehung mit Russland, um dem Iran die Stirn zu bieten, wir streben einen Frieden in Nahost an, zusammen mit Europa streben wir die wirtschaftliche Erholung an.”
Der israelische Historiker und Diplomat Elie Barnavi meint: “Obama ist kein Wahl-Europäer. Sein Blick geht zunächst auf den Pazifik und dann erst auf den Atlantik. Die Beziehung ist zweideutig geworden. Einerseits gibt es in Europa viel Begeisterung, Bewunderung für diesen außergewöhnlichen Mann, andererseits ist man leicht enttäuscht über den Präsidenten, der offenbar weniger an Europa teilnimmt, als Europa an ihm.” Zwar wird Washington nicht müde zu versichern, dass Europa sein zuverlässigster Partner sei. In Brüssel hingegen hat sich längst das Gefühl breit gemacht, die Europäer würden zugunsten anderer etwas vernachlässigt.