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John Landis verfilmt Leichenhändler-Geschichte

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John Landis verfilmt Leichenhändler-Geschichte

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Leichen waren ihr Geschäft: William Burke und William Hare. In den 1820er Jahren trieben sie ihr blutiges Geschäft – im schottischen Edinburgh, damals eine Metropole der aufstrebenden naturwissenschaftlichen Medizin. Die hatte ein Nachschub-Problem: Die Anatomen durften nur Hingerichtete sezieren, doch deren Zahl nahm im Zuge einer Rechtsreform ab, während die Nachfrage stieg. Burke und Hare belieferten den Anatomen Robert Knox mit Leichen von Menschen, die sie selbst umgebracht hatten, – Stoff für den Regisseur John Landis, der schon die “Blues Brothers” und andere etwas bizarre Filme drehte:
“Das waren Geschäftsleute. Sie sind eigentlich nicht unmoralisch, sie haben gar keinen Moralbegriff. Das ist ein feiner Unterschied. Die Schwierigkeit ist, dass wir versuchen, einen romantischen Film zu machen, keinen Horrorfilm. Es ist eine romatische Geschichte, sie ist bittersüß, aber man muss die beiden einfach mögen.”
Die schwarzhumorige Geschichte der Serienkiller, die dem Anatomen 17 Tote lieferten, ist der erste große Kinofilm, den er als Regisseur in den letzten zwölf Jahren herausgebracht hat.
Als Willam Hare ist Andy Serkis zu sehen; er sagt:
“John Landis ist einfach eine Legende als Regisseur, er hat die Arbeit für uns zum Vergnügen gemacht und hat nie nachgelassen. Er ist wirklich eine Kraft der Natur, ohne Frage, nichts für Schauspieler, die irgendwie empfindlich sind, er ist brutal.”
Simon Pegg, der William Burke spielt, sagt: “Er ist wie ein Motor. Er steht im Zentrum des ganzen Prozesses, und man kann es sich wirklich nicht erlauben, sein eigenes Ego mit zum Set zu bringen, denn wenn man etwas macht, was ihm nicht gefällt, sagt er, das sei furchtbar! Grässlich war das, mach das noch mal. Aber wenn man so mit ihm klarkommt, ist das wirklich erfrischend.”
Eine weitere Hauptrolle in “Burke and Hare” spielt Isla Fisher, die während der Dreharbeiten mit ihrem zweiten Kind schwanger war:
“Wissen Sie, es ist so ein winziger Film, wir haben ihn fast ohne Geld gemacht, es herrschte immer große Eile. Es war toll, daran mitzuwirken, aber es ging sehr schnell.”
Für Burke ging es schließlich auch schnell: Er wurde gehängt und landete selbst auf dem Seziertisch. Hare kam als Kronzeuge davon.
Und der Anatom Robert Knox musste sich mit Vorwürfen auseinandersetzen, er habe von der Herkunft der Leichen gewusst. Er verließ schließlich Edinburgh und ging nach London.