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Streiks in Frankreich lassen nach

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Streiks in Frankreich lassen nach

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Die Streikwelle in Frankreich flaut ab. Die Belegschaften der bestreikten Raffinerien stimmten für ein Ende der Arbeitsniederlegungen. In den Ölterminals in Marseille und Le Havre wurden die wochenlangen Blockaden beendet, mit denen die Beschäftigten gegen die Rentenreform der Regierung protestiert hatten. So ganz wollen die Gewerkschaften dennoch nicht nachgeben. “Der Streik ist für die Ölarbeiter vorbei”, meint Fabrice Modeste von der CGT, “aber die Bewegung bleibt bestehen. Unsere Entschlossenheit ist ungebrochen, die Lage hat sich nicht verändert, darum werden wir weitermachen.”

Am Donnerstag hatte das Parlament in Paris die umstrittene Rentenreform verabschiedet. Die Bürger sehen es pragmatisch. “Man hat das Gefühl, dass die Luft raus ist”, so ein Passant in der Hauptstadt. “Die Leute haben die Reform akzeptiert. Nach und nach werden jetzt auch die Proteste nachlassen.”

Den Ölkonzern Total kamen die Streiks teuer zu stehen. Nach Angaben des Unternehmens kostete jeder Streiktag rund fünf Millionen Euro; insgesamt betrugen die Verluste 100 Millionen Euro. Dabei schloß Total gerade erst ein gutes drittes Geschäftsquartal ab: Die Gewinne stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 50 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.

Die Versorgungslage in Frankreich bleibt allerdings noch angespannt. Derzeit hat jede fünfte Tankstelle Nachschubprobleme, und die Raffinerien können aus technischen Gründen erst in einigen Tagen wieder den Normalbetrieb aufnehmen.