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Marina Silva für " Demokratie und Nachhaltigkeit"

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Marina Silva für " Demokratie und Nachhaltigkeit"

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euronews:
Die Stichwahl werden am Sonntag wohl jene 20 Prozent entscheiden, die im ersten Wahlgang für Marina Silva gestimmt haben. Die überraschend starke Kandidatin der Grünen hat für den zweiten Wahlgang am Sonntag keine Wahlempfehlung an jene rund 19 Millionen Brasilianer gegeben, die für sie gestimmt hatten.
Wer sind Ihre Wähler?

Marina Silva:
Die Leute, die im ersten Wahlgang für die von mir vorgeschlagenen Projekte gestimmt haben, sind Menschen, die ihre eigene Meinung zum Ausdruck bringen, ihr Engagement für eine dauerhafte Entwicklung. Wir ziehen es vor unabhängig zu bleiben und fordern unsere Anhänger auf, selber die Programme jedes Kandidaten zu prüfen. Dann liegt es an jedem selber, nach gründlicher Überlegung seine Wahlentscheidung zu treffen zum Besten von Brasilien und zum Besten unseres Planeten.

euronews:
Frau Senatorin, man hat gehört, dass beide Kandidaten einige Ihrer Vorschläge aufgegriffen haben, zum Beispiel “Schluß mit der Abholzung des Regenwaldes in Amazonien”. Ein wirtschaftliches Schwellenland wie Brasilien, kann das überhaupt eine ausgewogenen Industrie- und Agrarpolitik betreiben? Ist Achtung der Umwelt möglich?

Marina Silva:
Die Kandidaten haben einen Teil unserer Vorschläge akzeptiert. Die Kandidatin Dilma etwas mehr – der Kandidat Serra etwas weniger. Eine der Hauptfragen, die wir angeregt haben, gilt der Notwenigkeit, ein Entwicklungsmodell zu finden, bei dem die natürlichen Ressourcen erhalten bleiben, vor allem geht es aktuell um ein Gesetz zum Schutze der Wälder. 60 Prozent unseres Landes sind von Wäldern bedeckt. Es ist durchaus möglich beides zu vereinbaren, eine Entwicklungspolitik zu betreiben, Arbeitsplätze zu schaffen, ohne die Umwelt zu zerstören. Die große Herausforderung zu Beginn dieses Jahrhunderts besteht darin, die Gleichung zu finden, mit der Wirtschaft und Umweltschutz miteinander vereinbart werden können. Und Brasilien ist das Land, das dazu die besten Voraussetzungen bietet.

euronews:
Meinen Sie, dass die Sorge um die Umwelt ebenso wie um Menschenrechte überhaupt in der Außenpolitik Brasiliens stärker berücksichtigt werden müssten? Ich denke da an die Politik von Präsident Lula da Silva gegenüber Iran und China.

Marina Silva:
In den vergangenen Jahren konnte man enorme Fortschritte in der Außenpolitik von Präsident Lula da Silva erkennen. Ich denke da an die wichtige Rolle bei den G 20 und den G 77, auch in den Beziehungen zu weiteren Ländern, in Afrika etwa. Und zwar nach dem Prinzip der brüderlichen Zusammenarbeit. Das alles ist sehr gut. Aber es ist von grundlegender Bdeutung ist auch, dass der unsere Politik an der Verteidigung von Grundwerten ausgerichtet ist: An der Verteidigung der Menschenrechte, der Demokratie, der Meinungsfreiheit. Diese Werte müssen verteidigt werden.

euronews:
Was werden Sie künftig aus diesem grünen Wahlerfolg machen? Wären Sie bereit, wieder das Umweltministerium zu übernehmen?

Marina Silva:
Ich habe stets meinen Beitrag geleistet, über fünfeinhalb Jahre hin als Umweltministerin von Lula.
Aber jetzt werde ich meine Aktivitäten im Rahmen der Zivilgesellschaft einsetzten. Vor allem in einer Bewegung, die hier “nachhaltiges Brasilien” genannt wird. Wir haben ein Institut gegründet mit dem Namen “Demokratie und Nachhaltigkeit”. Außerdem werde ich im Rahmen der grünen Partei in der Zivilgesellschaft wirken. Zur Arbeit der Regierung beitragen, dass kann man nicht nur in einem Ministererium. Gleichzeitig werde ich wachsam bleiben, damit das schon erreichte Niveau in der Umweltpolitik nicht wieder heruntergedrückt werden kann. Ich werde meinen Beitrag leisten, damit Brasilien in wirtschaftlicher, in sozialer Hinsicht und beim Umweltschutz weitere Fortschritte macht.

euronews:
Danke, Marina Silva. Die Präsidentschaftskandidatin der Grünen wird ihre Stimme abgeben, sagt aber nicht vorher, wem. Sie lässt die Tür offen, um eventuell in vier Jahren wieder anzutreten

Marina Silva:
Wie ich immer gesagt habe, bin ich nicht dabei, schon an die nächste Wahl zu denken.
Ich bin bereit, für einen dritten Weg in Brasilien zu kämpfen, ich möchte aber jetzt noch nicht über eine weitere Kandidatur sprechen.