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Irak: Mehr als 50 Tote bei Geiselnahme in Kirche

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Irak: Mehr als 50 Tote bei Geiselnahme in Kirche

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Beim gewaltsamen Ende einer Geiselnahme in einer Kirche in Bagdad sind mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 100 sollen verletzt worden sein.
 
Die katholischen Gläubigen waren am Sonntagabend während eines Gottesdienstes überfallen worden.
 
Laut einem Bericht, den eine der Geiseln per Mobiltelefon an eine irakische Agentur durchgab, seien erst draußen zwei Bomben hochgegangen. Schwer bewaffnete Geiselnehmer seien in die Kirche gestürmt, wo sie die Gläubigen in ein kleines Zimmer trieben, dessen Türen und Fenster sie verrammelten. Dann sei der Strom ausgefallen. In Todesangst hätten sich die Geiseln auf den Boden geworfen.
 
 
Verteidigungsminister Abdul-Qadr Al-Obeidi:
 
“Wir haben beschlossen, aus der Luft einzugreifen und zusätzlich am Boden. Wir konnten unmöglich warten – die Terroristen planten, eine große Anzahl unserer Brüder zu töten, die Christen, die in der Messe waren.”
 
 
Als die irakischen und US-Sicherheitskräfte kamen, zündeten die Geiselnehmer offenbar Sprengstoffgürtel. Zu dem Überfall bekannte sich eine Al-Qaida-Untergruppe in einer Internetbotschaft. Darin war auch die Rede von einer jungen Ägypterin, die zum Islam übergetreten sei und von der koptischen Kirche Ägyptens festgehalten werde.
 
Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei waren zunächst 19 Nonnen freigekommen.
 
Das bewaffnete Kommando hatte zunächst versucht, die Börse von Bagdad zu überfallen. Dabei setzten die Angreifer auch Blendgranaten ein. Sie wurden aber vom Sicherheitspersonal in einem kurzen Feuergefecht zurückgeschlagen.
 
Im Irak lebten vor der US-Invasion vom Frühjahr 2003 rund 1,5 Millionen Christen. Mehr als die Hälfte von ihnen ging seither ins Exil, um Angriffen zu entgehen.