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Medwedew besucht umstrittene Südkurilen

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Medwedew besucht umstrittene Südkurilen

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Ungebetener Besuch oder Staatsvisite auf einem umstrittenen Archipel – Russlands Präsident Dmitiri Medwedew hat die Südkurilen besucht, als erstes russisches Staatsoberhaupt überhaupt. Er landete auf Kunashiri. Die Insel ist nur zehn Kilometer vom japanischen Festland entfernt und – wie drei Nachbarinseln – zwischen Tokio und Moskau umstritten.

Japan hatte vor einem Besuch auf den Südkurilen stets gewarnt. Im Parlament sagte der japanische Regierungschef Naoto Kan: “Wir sind unserem Standpunkt immer treu geblieben, wonach diese vier nördlichen Inseln zu Japan gehören. Es ist sehr bedauerlich, dass der Präsident dieses Gebiet besucht hat.”

Die sowjetische Armee hatte im Zweiten Weltkrieg die südlichen Kurilen-Inseln besetzt, bis dato japanisch. Das Gebiet ist wegen seines Fischreichtums sowie Öl- und Gasvorkommen begehrt. Der Streit verhindert bis heute einen Friedensvertrag zwischen beiden Staaten. Aus russischen Diplomatenkreise verlautete, Moskau verstehe die japanische Reaktion nicht. Medwedew wird demnächst zu einem asiatischen Wirtschaftsgipfel in Japan erwartet.