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Stimmungsbarometer vor US-Kongresswahlen

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Stimmungsbarometer vor US-Kongresswahlen

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Zwei Jahre nach Barack Obamas Sieg bei den Präsidentschaftswahlen wenden sich nun viele Amerikaner der Oppositionspartei zu. Laut jüngsten Umfragen droht dem Präsidenten eine historische Niederlage: Dem Gallup-Institut zu Folge planen 55 Prozent der Wähler, ihre Stimme den Republikanern zu geben. Ein enttäuschter New Yorker klagt, “Obama hat nichts getan. Er hat viel versprochen, aber nichts wurde umgesetzt. Was den Krieg betrifft: Es sind immer noch Soldaten vor Ort, die getötet werden. Guantanamo Bay ist noch nicht geschlossen worden. Was macht Obama?! Nichts.”

Auch in Washington DC sieht die Stimmung ähnlich aus. Ein Passant zieht Bilanz: “Der Wirtschaft geht es schlecht. Die Dinge, auf die sich die Regierung konzentriert hat – wie auf das Gesundheitssystem statt auf die Schaffung neuer Jobs -, haben die Lage nicht verbessert.”

Doch einige Anhänger der Demokraten haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben – auch, wenn es tatsächlich zum Wahldebakel kommt. Eine New Yorkerin erklärte, “ich glaube, in der jüngsten Vergangenheit hat es bereits öfter die Situation gegeben, dass die Oppositionspartei im Kongress die Mehrheit gegenüber jener hatte, die den Präsidenten gestellt hat, und trotzdem haben sie vieles geschafft. Das wird zwar Obamas politisches Vorgehen ändern, aber er kann es noch immer schaffen.”

Auf den historischen Wahlsieg vor zwei Jahren droht nun eine historische Niederlage. Die politische Journalistin Amy Goodman sucht nach Antworten: Die Demokraten hätten zu spät begonnen, ihre Wähler zu mobiliseren. Goodman, die für die Internetseite Open Democracy arbeitet, analysiert: “Die Menschen, die für Obama gestimmt haben, dachten, damit sei die Sache getan. Aber Tatsache ist, dass sich der rechte Flügel neu organisiert hat, während die progressive Seite nur Daumen gedreht hat. Die erkennen nun, dass das ein ernsthafter Fehler war.”