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Aus Sparzwängen entsteht französisch-britische Einheit

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Aus Sparzwängen entsteht französisch-britische Einheit

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Sie haben das Abkommen für eine enge Partnerschaft besiegelt – und bestehen gleichzeitig auf ihrer militärischen Eigenständigkeit. Der Hintergrund für das umfangreiche Abkommen zwischen dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem britischen Premier David Cameron sind Sparzwänge in beiden Ländern.

London will in den kommenden Jahren den Verteidigungshaushalt um acht Prozent kürzen. In Frankreich sollen zehntausende Stellen wegfallen.

So wollen Paris und London eine gemeinsame Einheit für militärische Auslandseinsätze schaffen, die je nach Bedarf zusammengezogen wird. Sie wird gebildet aus mehreren tausend Soldaten. Beide Länder haben ein Vetorecht für die einzelnen Operationen. Es ist geplant, die Einheit unter wechselndes Kommando zu stellen.

Die beiden Atommächte wollen auch in der Nuklearforschung Hand in Hand arbeiten. In Großbritannien ist ein Zentrum geplant, das Testmethoden für Kernwaffen entwickelt. In einer französischen Anlage sollen die Tests dann simuliert werden. Das nun geschlossene Abkommen läuft über 50 Jahre.

Auch auf den Flugzeugträgern sollen die Streitkräfte zusammenrücken. Der Plan: Britische Flieger landen auf französischen Trägern und umgekehrt, je nach Verfügbarkeit.

Bis Ende nächsten Jahres wollen Paris und London ein weiteres Abkommen mit Airbus schließen: Die militärischen Transportflugzeuge A400M sollen die Flotten der beiden Länder verstärken. Pilotenausbildung und
Ausrüstungen werden entsprechend angepasst.
Für die gemeinsamen militärischen Ziele steueren Großbritannien und Frankreich jeweils 50 Millionen Euro bei. Das Geld soll in die Forschungs- und Entwicklungsprojekte fließen.

In der Europäischen Union stellen Briten und Franzosen rund die Hälfte des Truppenarsenals und bestreiten etwa 50 Prozent der Gesamtausgaben für die europäische Verteidigung. Andere Gemeinschaftsprojekte wie jenes zwischen Berlin und Paris sollen nicht unter der verstärkten Zusammenarbeit leiden.