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Forscher entwickeln elektrischen Bakterienvernichter zur Wasserreinigung

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Forscher entwickeln elektrischen Bakterienvernichter zur Wasserreinigung

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Ein Forscherteam der US-Universität Stanford hat nach eigenen Angaben einen Weg gefunden, wie Wasser künftiger schneller und billiger von Bakterien gereinigt werden kann als bisher. Die Wissenschaftler haben einen Filter aus reiner Baumwolle entwickelt, der mit kleinsten Partikeln, sogenannten Nanomaterialien, beschichtet wird. Die Baumwolle kann dann unter Strom gesetzt werden und ist so in der Lage, Bakterien abzutöten, wenn Wasser durch den Filter fließt.

Eine Art “Nano-Insektenvernichter”. Und der soll bald Serienreife erlangen. Die Baumwolle wird zu einem leitfähigen Stoff, wenn sie mit Nanoröhrchen beschichtet ist und sich Silbernanodrähte in die Lücken zwischen den Bauwollfasern schieben. Durch die hohe Leitfähigkeit wird weniger elektrische Spannung benötigt, um den Stoff unter Strom zu setzen.

Professor David Schoen: “Vor ein paar Jahren kam uns der Gedanke, dass wir irgendwie Silbernanodrähte, die an sich antibakteriell sind, in einer geringen Größenordnung mit Wasser mischen und unter Strom setzen könnten, um Bakterien besser abzutöten. Die Idee ist sehr einfach, wir wollten einen Mini-Insektenvernichter kreieren, der eben Bakterien tötet.”

Schon in einer frühen Entwicklungsstufe tötete der Filter bei einer Spannung von 20 Volt 98 Prozent des E.Coli-Bakteriums ab. Aber das Ziel sind 100 Prozent. So kamen die Forscher auf die Idee, Baumwolle mit einem leitfähigen Material zu beschichten. Ein anderes Labor steuerte die Idee bei, Silber als antibakteriellen Stoff zu nutzen.

Yi Cui: “Es ist sehr einfach, Nanoröhrchen zu nutzen, um Baumwolle leitfähig zu machen, also nutzten wir sie. Und dann kam noch Silber dazu, das an sich ja antibakteriell ist. Wenn man also Silbernanodrähte in einen Filter packt, muss man nichts mehr machen und die Bakterien können nicht auf den Filter hinaufwachsen. Also haben wir einen leitfähigen Filter, der zugleich selbst ohne Strom antibakteriell ist.” Nicht nur das Material ist billig.

Man spart auch dadurch Geld, dass man nur sehr wenig Energie aufwenden muss, um den Filter einzusetzen. Cui: “Die geringen Kosten dieses Filters können sicher auch gerade Entwicklungsländern zugute kommen.

Ich denke, die größten Einsparungen kommen später – bei der Energie, die wir zur Filterung aufwenden. Die ist sehr viel geringer als bei bisherigen Filtern und dadurch spart man viel Geld.” Nun will das Forscherteam den Filter soweit bringen, dass sie ihn künftig verkaufen können. Eine gute Nachricht für alle, die auch in den entlegenen Ecke der Erde sauberes Wasser brauchen.