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Kurilen-Konflikt: Tokio zieht Botschafter ab

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Kurilen-Konflikt: Tokio zieht Botschafter ab

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Im Streit um die Südkurilen kochen die Emotionen hoch. Auf Hokkaido , der zweitgrößten Insel Japans, demonstrierten wütende Menschen gegen den gestrigen Besuch des russischen Präsidenten auf der umstrittenenen Nachbarinsel Kunashir, nur ein paar Kilometer entfernt.

Die Regierung in Tokio zieht überraschend ihren Botschafter aus Moskau ab. Bereits gestern hatte es gehießen, beide Seiten bestellten die Gesandten des jeweiligen anderen Landes zu Erklärungen ein.

Die japanische Regierung prüfe, welche Maßnahmen nun angemessen seien, sagte Japans Kabinettschef Yoshito Sengoku nach der Tagung der Minister in Tokio. Für den Inselstreit gebe es mehr als nur eine Lösung.

Die Sowjetarmee hatte die südlichen vier Kurilen-Inseln im Zweiten Weltkrieg besetzt. In Japan werden sie “nördliche Territorien” genannt. Der Streit verhindert bis heute einen Friedensvertrag zwischen beiden Staaten.

Der gestrige Besuch von Russlands Präsident Dmitri Medwedew war der erste eines russischen Staatschefs in dem Gebiet. Beide Seiten setzen nun auf ein Treffen Medwedews mit dem japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan auf einem Wirtschaftsgipfel in Japan Ende kommender Woche.