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Sparzwang: Paris und London wollen vereint marschieren

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Sparzwang: Paris und London wollen vereint marschieren

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Von der Pilotenausbildung bis zum Atomtest: Die beiden westeuropäischen Atommächte Großbritannien und Frankreich planen eine umfassende Zusammenarbeit bei der Verteidigung.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron unterzeichnen heute in London insgesamt 17 Verträge und übereinkommen, die zum Teil auf 50 Jahren angelegt sind. Der Hintergrund: Sparzwänge.

Laut britischen Medienberichten soll jeweils eine Brigade von etwa 5000 Mann in eine gemeinsame Einsatztruppe eingebracht werden.

Unter anderem will man Flugzeugträger gemeinsam nutzen und bei Atomwaffen-Tests kooperieren.

Mögen die Rechtsausleger in der britischen Presse darin einen besonders perfiden Hinterhalt sehen und erinnern an die Schlachten von Waterloo, Trafalgar, Azincourt und Crécy – Großmacht sein ist teuer.

Das Stockholmer internationale Friedensforschungs- Institut SIPRI schätzt (Basis: Verteidigungshaushalte 2008), dass Frankreich und Grossbritannien je 4,5 Prozent der weltweiten Verteidigungsausgaben aufbringen – fast doppelt so viel vom jeweiligen Bruttoinlandsprodukt wie Deutschland.

Großbritannien hatte erst vor zwei Wochen bekanntgegeben, die Ausgaben für die Verteidigung in den nächsten vier Jahren um acht Prozent zu kürzen, um das immense Haushaltsdefizit zu reduzieren.