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Mode: Jetzt gibt Grün den Ton an

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Mode: Jetzt gibt Grün den Ton an

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Die Farbe Schwarz ist unvergänglich, doch Grün ist die neue Trendfarbe in der Mode. Am College of Fashion in London werden Wissenschaft und Kreativität kombiniert, um neue umweltfreundliche Mode zu entwerfen.

Die Studentin Julia Faye Roebuck steht voll und ganz hinter dem Vorhaben: “Nachhaltigkeit bedeutet für mich, dass man die jungen Menschen dazu ermutigt eine Beziehung aufzubauen zu der Kleidung, die sie besitzen, die sie tragen, und die sie verändern möchten.”

Ihre Kommilitonin Yu Qian Huang konzentriert sich auf die Wiederverwertung und das Recyceln in der Modeindustrie.

Die dritte im Bunde, Una Hussey, geht neue Pfade: “Mein Projekt beruht auf der Idee zuhause Energie zu sparen. Es steht ein wenig im Abseits im Vergleich zu den üblichen Produktionssystemen, wie dem Denkmodell der Massenproduktion innerhalb der Modeindustrie.”

Mit Kreativität, Forschung und Vermarktungsideen soll der grüne Wandel in der Modeindustrie vorangetrieben werden. Das College of Fashion in London hat vor zwei Jahren ein Zentrum für nachhaltige Mode gegründet.

Die Studenten wollen den Status quo hinterfragen und neue, provokative Methoden entwickeln, um grüne Mode zu entwerfen.

Die Direktorin des Zentrums, Dilys Williams, erklärt: “Es gibt kein Produkt oder Kleidungsstück, das nachhaltig oder nicht nachhaltig per se ist. Es geht darum, wie es gemacht, wie es getragen, wie es gepflegt wird und was damit passiert, wenn sie es nicht mehr wollen, davon hängt es ab, ob die Kleidung nachhaltig ist oder nicht.
Wir begutachten die Stoffe und die Prozesse. Wir denken über die Produktionsmethoden nach.
Es ist völlig neu, dass der Designer auch darüber nachdenkt, wie die Kleidung gewaschen oder gepflegt werden soll. Das sind neue Vermarktungsmöglichkeiten.”

Die Modedesigner greifen bei ihren nachhaltigen Kreationen oft auf neueste Technologie zurück.

Professor Sandy Black hat sich das Konzept “Knit to fit” ausgedacht, was so viel heißt wie “passend gestrickt”. Ein Bodyscanner nimmt Maß und füttert anschließend die Daten an eine Strickmaschine, die dann das gewünschte Kleidungsstück herstellt.

Neu ist dieser Prozess keineswegs. Früher bewältigten unsere Großmütter das Pullover stricken mit einem Maßband und flinken Fingern.

Sandy Black ist stolz auf ihren innovativen Ansatz: “Mode ist sehr verschwenderisch und es wird oft einfach darauf los produziert. Wir versuchen als erstes, die Menge, die produziert wird, zu verringern. Und wir achten darauf, dass das was gemacht wird, wirklich von den Menschen gekauft wird, so dass am Ende weniger Kleidung übrig bleibt. Der Produktionsprozess ist dann sehr viel nachhaltiger, weil es nur eine Etappe gibt.”

Neben den neuen Technologien setzt man auch auf das altbekannte Recycling.
Die Studentin Julia ist eine wahre Expertin: “Es geht um Up-cycling, also um Wieder- und Aufwertung. Durch Kreativität erhöhen wir den Wert der Kleidung. Wir lassen uns davon inspirieren und machen dann etwas anderes daraus. Wir denken an die Phasen, die die Kleidung durchläuft und nicht: Diese kaputte Jeans werfe ich weg, sondern das ist eine Jeans, und später eine Jacke und dann ein Rock.”

Up-cycling ist nicht nur eine Idee. Ross Barry hat ein Ökokonzept-Geschäft in London aufgemacht. Das Prinzip lautet: “Aus alt mach neu”. Klamotten, die die Menschen wegwerfen, werden von den Mode-Studenten als Rohmaterial genutzt.

Laut Ross Barry kommt der Stil nicht zu kurz: “Diese Hosen wurden von einem Mode-Studenten entworfen. Er hat ein Männer Jackett auseinandergenommen und aus den Stoffstücken ein Paar Hosen geschneidert. Wir haben auch Hosen, die aus alten T-Shirts gemacht wurden. Jedes dieser Stücke stammt von der Rückseite eines T-Shirts. Sie wurden bedruckt und neu zusammengenäht, um daraus ein Paar Leggings zu machen.”

Ob umweltfreundlich oder nicht, auf kurz oder lang kommt alles wieder in Mode.