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Teheran: "Steinigungs- und Todesurteile nicht endgültig"

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Teheran: "Steinigungs- und Todesurteile nicht endgültig"

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Die zur Steinigung verurteilte Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani ist weiterhin am Leben. Nach Auskunft des iranischen Außenministers Manutschehr Mottaki ist noch nicht einmal das endgültige Urteil gesprochen. Das hat Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner telefonisch recherchiert.

Informationen über eine möglicherweise für heute geplante Steinigung oder Exekution durch den Strang träfen nicht zu, so Mottaki laut Kouchner.

Genau das hatten Menschenrechtsaktivisten in mehreren Ländern aufgrund persönlicher Informationen aus dem Iran befürchtet.

Aschtiani wird vorgeworfen, ein Verhältnis mit dem Cousin ihres Mannes gehabt haben. Der Cousin soll den Ehemann später umgebracht haben – mit ihrem Wissen oder ihrer Mithilfe.

Aschtiani wurde nach iranischen Angaben im Jahr 2006 in zwei verschiedenen Gerichtsverfahren verurteilt – wegen Mordes zum Strang, später umgewandelt zu zehn Jahren Haft und wegen Ehebruchs zur Steinigung.

Im Juli war die Steinigung zunächst ausgesetzt worden.

Im Iran wird seit 1979 die Scharia, das islamische Recht angewendet. Es sieht unter anderem für Ehebruch, Mord und Raub die Todesstrafe vor.