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Wie weiter, Mister President?

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Wie weiter, Mister President?

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Auf dem Capitol-Hill ist Stühlerücken angesagt. Im Repräsentantenhaus haben Obamas Demokraten die Mehrheit verloren. Im Senat ist ihre Mehrheit empfindlich geschrumpft. Wie viel Handlungsfreiheit wird der Präsident damit verlieren?

Nichts wird im heutigen Amerika intensiver herbeigesehnt als ein wirtschaftlicher Aufschwung. Ob der zu schaffen ist, davon dürfte Obamas Wiederwahl in zwei Jahren abhängen.

Der Wähler Bill Wright aus News York fand die ganze Wahlrhetirik einfach grauenvoll. Weil es dabei nicht um Inhalte ging.

“Wir müssen uns aber auf Inhalte konzentrieren,” sagt er. Auf Wirtschaftswachstum und Jobs – aber das habe keine Partei auf den Punkt gebracht.´

Bei 9,6 % Arbeitslosigkeit geht den Amerikanern ihr Urvertrauen in den “amerikanischen Traum” verloren, der besagt, dass jeder es schaffen könne.

Blanke Angst macht sich breit bei der Mittelklasse, wenn die Bank den Kredit für das Haus nicht weiter stunden will.

Wenn Nancy Pelosi im Repräsentantenhaus jetzt den Hammer des Chefs einem Republikaner überlassen muss – was wird dann aus dem gerade mit soviel Mühe durchgeboxten Gesetz zur Gesundheitsversorgung?

Vermutlich hilft da nur eine gehörige Portion Kompromißbereitschaft. Obama wird auf die Republikaner zugehen müssen. Denn die würden am liebsten das Gesetz, unter dem die Präsidententinte kaum getrocknet ist, gleich wieder aushöhlen. Ob er will oder nicht – der Präsident wird seine Schwerpunkte anders setzen müssen.

Und dieser Kursänderung wird vermutlich zuerst sein Engagement beim Thema Klimawandel zum Opfer fallen. Die Republikaner mögen seine Pläne nicht, etwa den Ausbau von Kohlekraftwerken zu stoppen.

Wenn es in Amerika wieder Langzeitarbeitslose als Massenerscheinung gibt – wie zuletzt in der “great depression” vor rund 80 Jahren – dann kann nur gewinnen, wer Wirtschaft und Jobs voranbringt.

In Kopenhagen beim Weltklimagipfel konnte Obama schon nicht ganz so wie er wollte – jetzt wird er manches Ideal ganz streichen müssen.