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Vucovar: Serbiens Präsident würdigt kroatische Opfer

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Vucovar: Serbiens Präsident würdigt kroatische Opfer

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Worte wie “Kriegsverbrechen” oder “Massaker” vermied Serbiens Präsident Boris Tadic bei seinem Besuch in Kroatien. Aber er kam, um sich zu entschuldigen. Der Ort ist für jeden Kroaten schwer belastet: Vukovar. Hier wurden während des Krieges im zerfallenden Jugoslawien mehr als 200 Kroaten hingerichtet, als Teile der Jugoslawischen Volksarmee und serbische Freischärler die schwer umkämpfte Stadt im Osten Kroatiens einnahmen.

“Ich bin hierhergekommen, um mich vor den Opfern zu verneigen,” sagte Tadic bei einer Zeremonie im Vorort Ovcara – Kroatiens Staatschef Ivo Josipovic war auch gekommen – “ich will ihnen Respekt zollen. Ich bin gekommen, um Worte der Entschuldigung vorzubringen, um Mitgefühl auszudrücken. Um Serben und Kroaten ein neues Geschichts-Kapitel zu ermöglichen.”

Tadic und Josipovic ehrten in der nahe gelegenen Ortschaft Paulin Dvor auch 18 serbische Zivilisten, die 1991 von kroatischen Soldaten ermordet wurden.

Im Kroatienkrieg in der ersten Hälfte der 1990er Jahre versuchten serbische Verbände vergeblich, die Loslösung Kroatiens vom zerfallenden Jugoslawien zu verhindern. In dem Konflikt starben rund 20 000 Menschen.

Tadic war in diesem Jahr auch schon in Bosnien, um die Opfer des Massakers von Srebrenica zu würdigen.