Eilmeldung

Eilmeldung

Atommüll in Deutschland

Sie lesen gerade:

Atommüll in Deutschland

Schriftgrösse Aa Aa

Der Castor-Transport mit hoch radioaktivem Atommüll hat am Samstag Deutschland erreicht. Um 13 Uhr 54 überquerte der Zug bei Kehl die deutsch-französische Grenze. Massive Polizeikräfte bewachen den Transport, weil Atomkraftgegner die Gleise besetzen wollen. Am Freitagnachmittag war der Zug nahe der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Nordfrankreich losgefahren. Schon kurz nach dem Start stoppten ihn Atomkraftgegner für rund drei Stunden. Sie hatten sich bei Caen an das Gleis gekettet. In der Nacht wurde die Fahrtroute des Zuges in Frankreich geändert. Sie verläuft südlicher als vorgesehen.

Laut Umweltschützern haben thermographische Aufnahmen ergeben, dass die Temperatur der Castor-Behälter im Vergleich zu den vergangenen Jahren gestiegen ist. Die für das Zwischenlager verantwortliche Gesellschaft teilte dagegen mit, die zu erwartende Strahlung werde deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwerten liegen.

Im Wendland strömen Atomkraftgegener zur Großdemo. Die Veranstalter sprechen von 50.000 Menschen, so viele wie noch nie in der Geschichte der deutschen Anti-Atom-Demonstrationen. Sie wollen nicht nur gegen den heranrollenden Castor-Transport aus Nordfrankreich protestieren, sondern auch gegen die Atompolitik der Bundesregierung.